Posts by Friederike

    An d[ies]er Beschreibung des Traumes wiederhole sich, sagt Hans Blumenberg [unmittelbar vorangestellt],

    [...] Daher die Frage: Scheint es nun widersprüchlich oder ist es so, und warum oder doch nicht? :)

    So wie ich Blumenberg verstehe, meint er, es sei ein vermeintlicher, nur dem Anschein nach, ein [lexicon]Widerspruch[/lexicon], denn daß die Erfahrung der Ohnmacht und der mit ihr verbundenen Angst den Wunsch nach Bewältigung der Angst und der Vermeidung des Ohnmachtsempfindens hervorruft, indem man sie durch Omnipotenzphantasien zu bannen sucht, die sei selbst- ... menschenverständlich (das schließe ich aus seinem Vergleich mit dem Traum).

    An d[ies]er Beschreibung des Traumes wiederhole sich, sagt Hans Blumenberg [unmittelbar vorangestellt],

    [...] Daher die Frage: Scheint es nun widersprüchlich oder ist es so, und warum oder doch nicht? :)

    So wie ich Blumenberg verstehe, meint er, es sei ein vermeintlicher, nur dem Anschein nach, ein [lexicon]Widerspruch[/lexicon], denn daß die Erfahrung der Ohnmacht und der mit ihr verbundenen Angst den Wunsch nach Bewältigung der Angst und der Vermeidung des Ohnmachtsempfindens hervorruft, indem man sie durch Omnipotenzphantasien zu bannen sucht, die sei selbst- ... menschenverständlich (das schließe ich aus seinem Vergleich mit dem Traum).

    Mir ist zur sinnlichen Gewißheit noch eingefallen, daß wir, wenn mich nicht alles täuscht, davon ausgegangen sind, daß die Unmittelbarkeit des sinnlichen Weltbezuges den Grund der Wahrheit des Wissens bildet? Es ist aber doch möglich, daß für Hegel die Sinnlichkeit den Wahrheitsanspruch der ersten Form eines Fürwahrhaltens darstellt? Das schiene mir plausibler, weil man damit die Schwierigkeit aus dem Weg geräumt hätte, wie eine vollständige Unvermitteltheit eigentlich denkbar sein soll. Obwohl ich aufgrund dessen, was wir zur SG herausgearbeitet hatten, eher nicht davon ausgehe, daß die zweite Version in Hegels Sinn ist ... man könnte diese Interpretation aber doch im Auge behalten für das Wahrnehmungs- und Verstandeskapitel, finde ich.

    Mir ist zur sinnlichen Gewißheit noch eingefallen, daß wir, wenn mich nicht alles täuscht, davon ausgegangen sind, daß die Unmittelbarkeit des sinnlichen Weltbezuges den Grund der Wahrheit des Wissens bildet? Es ist aber doch möglich, daß für Hegel die Sinnlichkeit den Wahrheitsanspruch der ersten Form eines Fürwahrhaltens darstellt? Das schiene mir plausibler, weil man damit die Schwierigkeit aus dem Weg geräumt hätte, wie eine vollständige Unvermitteltheit eigentlich denkbar sein soll. Obwohl ich aufgrund dessen, was wir zur SG herausgearbeitet hatten, eher nicht davon ausgehe, daß die zweite Version in Hegels Sinn ist ... man könnte diese Interpretation aber doch im Auge behalten für das Wahrnehmungs- und Verstandeskapitel, finde ich.

    Mir kommt immer wieder Pierce in den Sinn, der davon ausgeht, daß wir durch Krisen zum Wechsel unserer Überzeugungen gelangen. Mit Pierce im Hintergrund und als Unterscheidungsfolie sozusagen, wird mir Hegel verständlicher. Ohne daß wir bzw. das Bewußtsein reflektierend begreift, weil es dies auf den ersten beiden Bewußtseinsstufen auch noch gar nicht kann, bemerkt das Bewußtsein gleichwohl, daß seine Erfahrung und sein Wissen sich auf irgendeine Weise nicht in Übereinstimmung mit den Gegenständen befindet. Weder also erfaßt das Bewußtsein gedanklich noch gibt es so etwas wie einen willentlichen Antrieb, der aufgrund der Einsicht des Bewußtseins in die eigene Unzulänglichkeit entstünde. Es ist wie ein sich ständig weiter bewegender Prozeß, der aus dem Bewußtsein selbst heraus erwächst.
    Was es nun heißt, daß sich Wissen und Gegenstand nicht in Übereinstimmung befinden, das verstehe ich -vorläufig- so, daß sich Begriff und Gegenstand nicht entsprechen und/oder daß sich der Gegenstand anders zeigt als wie vom Bewußtsein erwartet (möglicherweise könnte man hier sagen, daß das Wissen sich als un-wahr erweist, d.h. als ein vermeintliches Wissen, lediglich ein Für-wahr-halten).

    So schreitet die Synthesis, die Zusammenschau der ersten 3 Bewußtseinsstufen, bei mir zwar bedächtig, aber immerhin stetig voran.

    Mir kommt immer wieder Pierce in den Sinn, der davon ausgeht, daß wir durch Krisen zum Wechsel unserer Überzeugungen gelangen. Mit Pierce im Hintergrund und als Unterscheidungsfolie sozusagen, wird mir Hegel verständlicher. Ohne daß wir bzw. das Bewußtsein reflektierend begreift, weil es dies auf den ersten beiden Bewußtseinsstufen auch noch gar nicht kann, bemerkt das Bewußtsein gleichwohl, daß seine Erfahrung und sein Wissen sich auf irgendeine Weise nicht in Übereinstimmung mit den Gegenständen befindet. Weder also erfaßt das Bewußtsein gedanklich noch gibt es so etwas wie einen willentlichen Antrieb, der aufgrund der Einsicht des Bewußtseins in die eigene Unzulänglichkeit entstünde. Es ist wie ein sich ständig weiter bewegender Prozeß, der aus dem Bewußtsein selbst heraus erwächst.
    Was es nun heißt, daß sich Wissen und Gegenstand nicht in Übereinstimmung befinden, das verstehe ich -vorläufig- so, daß sich Begriff und Gegenstand nicht entsprechen und/oder daß sich der Gegenstand anders zeigt als wie vom Bewußtsein erwartet (möglicherweise könnte man hier sagen, daß das Wissen sich als un-wahr erweist, d.h. als ein vermeintliches Wissen, lediglich ein Für-wahr-halten).

    So schreitet die Synthesis, die Zusammenschau der ersten 3 Bewußtseinsstufen, bei mir zwar bedächtig, aber immerhin stetig voran.

    Zum Verstandeskapitel ist mir bei der nach Hilfe suchenden, unsystematisch betriebenen Recherche aufgefallen, daß dieses Kapitel entweder äußerst knapp abgehandelt, mehr übergangen als bearbeitet wird (so wie auch Gehring verfährt) oder aber mehr oder weniger in Hegels Terminologie nach"erzählt" wird. Wobei die Schwierigkeiten mit den vielfachen Verflechtungen bestehen bleiben, weil sie eigentlich nur wiederholt werden. Aus diesem Grund hatte ich mich gestern dann für das Original entschieden. Weil ich bei dem ersten Versuch, mir Satz für Satz und Abschnitt für Abschnitt einen Weg zu bahnen, grandios gescheitert bin, bin ich in einem zweiten Anlauf so vorgegangen, daß ich den Text flüchtig gelesen habe. So, als würde ich aus weiter Entfernung einen Blick drauf werfen. Was ich dabei meine verstanden zu haben .. oder richtiger, was ich als Extrakt rausgeholt habe ist folgendes:

    Auf der dritten Bewußtseinsstufe oder "Wendung" (wie Gehring es nennt) kommt das Bewußtsein zu Verstand und erfährt die Gegenstände in einem ersten Schritt als der Materie zugehörige Gegenstände. Die Materie ihrerseits ist durch das Prinzip der Kraft bestimmt, das sich in physikalischen Gesetzen manifestiert. Der Verstand hat allerdings zunächst noch eine falsche Auffassung von diesen Gesetzen, weil er sie als einzelne, d.h. unabängig voneinander bestehenden Gesetzen begreift, die in einem statischen Verhältnis zueinander stehen. Die Erfahrung, die das Bewußtsein mit dem Verstand macht, daß die -materiellen- Gegenstände durch viele, sich womöglich sogar einander ausschließende Gesetze bestimmt wird, bringt das Bewußtsein dazu, eine andere Auffassung von den Gesetzen herauszubilden: Sie sind einander negierende Teile eines Ganzen, die durch das Verhältnis, das sie zueinander und zum Ganzen haben.

    Außerdem erfährt das Bewußtsein bei dem Versuch, die Gegenstände als Materie zu begreifen und durch das Prinzip der Kraft bestimmt zu sehen, daß es Gegenstände gibt, die diesem Prinzip nicht entsprechen. Das sind die Gegenstände des Lebendigen und des Geistigen. Damit erkennt das Bewußtsein, daß es neben der Kraft noch zwei weitere Prinzipien gibt, die die Gegenstände bestimmen. Das Leben und die Vernunft. Das Prinzip der Kraft ist dadurch charakterisiert, das sie dem von ihm bestimmten -materiellen- Gegenstand nicht an sich selbst zukommt, sondern daß das Bewußtsein sie im Gegenstand erkennt. Im Unterschied dazu ist das Prinzip des Lebens in dem von ihm bestimmten -lebendigen- Gegenstand selbst vorhanden. Der Gegenstand als Lebendiges bringt sich selbst als Begriff hervor. Wenn das Bewußsein ihn als Begriff erkennt, dann erkennt es somit den Gegenstand, wie er an sich ist. Der durch das Prinzip der Vernunft bestimmte Gegenstand – das ist der Geist – der nun erkennt sich sogar selbst als Begriff (jetzt wird es spannend [Blocked Image: https://www.cosgan.de/images/smilie/verschiedene/k060.gif]). Womit die Stufe zum Selbst-Bewußtsein erreicht ist.

    Nachdem ich das Verstandeskapitel gelesen habe, ist mir weniger klar als vorher, an welcher Stelle Hegel eigentlich die Vermittlung durch das Begriffliche einsetzen läßt. Jetzt scheint es mir fast so, als würde er nicht nur die sinnliche Gewißheit, sondern auch noch die Wahrnehmung als unvermittelte Verhältnisse begreifen, und erst der Verstand würde die Vermittelheit über den Begriff ins Bewußtsein treten lassen. Vielleicht ist meine Schwierigkeit aber auch darin begründet, daß ich zu wenig berücksichtige, daß die einzelnen Entwicklungsphasen einen ineinanderübergehenden Prozeß darstellen.

    Was ich noch gar nicht aufdröseln kann, das ist der Status im ontologischen und/oder begrifflichen (beides gerät mir sowieso leicht durcheinander) System, den das Wort "Prinzip" hat und damit zusammenhängend, wie Hegel sich das Verhältnis von Geist und Vernunft denkt. Vertrauter hingegen wird mir allmählich die Bedeutung des Wortes "Gegenstand". Gegenstand scheint ungefähr alles zu sein, was "es gibt" (Vernunft, Geist, Begriff!, Sachverhalte, materielle Gegenstände zum Anfassen).

    Zum Verstandeskapitel ist mir bei der nach Hilfe suchenden, unsystematisch betriebenen Recherche aufgefallen, daß dieses Kapitel entweder äußerst knapp abgehandelt, mehr übergangen als bearbeitet wird (so wie auch Gehring verfährt) oder aber mehr oder weniger in Hegels Terminologie nach"erzählt" wird. Wobei die Schwierigkeiten mit den vielfachen Verflechtungen bestehen bleiben, weil sie eigentlich nur wiederholt werden. Aus diesem Grund hatte ich mich gestern dann für das Original entschieden. Weil ich bei dem ersten Versuch, mir Satz für Satz und Abschnitt für Abschnitt einen Weg zu bahnen, grandios gescheitert bin, bin ich in einem zweiten Anlauf so vorgegangen, daß ich den Text flüchtig gelesen habe. So, als würde ich aus weiter Entfernung einen Blick drauf werfen. Was ich dabei meine verstanden zu haben .. oder richtiger, was ich als Extrakt rausgeholt habe ist folgendes:

    Auf der dritten Bewußtseinsstufe oder "Wendung" (wie Gehring es nennt) kommt das Bewußtsein zu Verstand und erfährt die Gegenstände in einem ersten Schritt als der Materie zugehörige Gegenstände. Die Materie ihrerseits ist durch das Prinzip der Kraft bestimmt, das sich in physikalischen Gesetzen manifestiert. Der Verstand hat allerdings zunächst noch eine falsche Auffassung von diesen Gesetzen, weil er sie als einzelne, d.h. unabängig voneinander bestehenden Gesetzen begreift, die in einem statischen Verhältnis zueinander stehen. Die Erfahrung, die das Bewußtsein mit dem Verstand macht, daß die -materiellen- Gegenstände durch viele, sich womöglich sogar einander ausschließende Gesetze bestimmt wird, bringt das Bewußtsein dazu, eine andere Auffassung von den Gesetzen herauszubilden: Sie sind einander negierende Teile eines Ganzen, die durch das Verhältnis, das sie zueinander und zum Ganzen haben.

    Außerdem erfährt das Bewußtsein bei dem Versuch, die Gegenstände als Materie zu begreifen und durch das Prinzip der Kraft bestimmt zu sehen, daß es Gegenstände gibt, die diesem Prinzip nicht entsprechen. Das sind die Gegenstände des Lebendigen und des Geistigen. Damit erkennt das Bewußtsein, daß es neben der Kraft noch zwei weitere Prinzipien gibt, die die Gegenstände bestimmen. Das Leben und die Vernunft. Das Prinzip der Kraft ist dadurch charakterisiert, das sie dem von ihm bestimmten -materiellen- Gegenstand nicht an sich selbst zukommt, sondern daß das Bewußtsein sie im Gegenstand erkennt. Im Unterschied dazu ist das Prinzip des Lebens in dem von ihm bestimmten -lebendigen- Gegenstand selbst vorhanden. Der Gegenstand als Lebendiges bringt sich selbst als Begriff hervor. Wenn das Bewußsein ihn als Begriff erkennt, dann erkennt es somit den Gegenstand, wie er an sich ist. Der durch das Prinzip der Vernunft bestimmte Gegenstand – das ist der Geist – der nun erkennt sich sogar selbst als Begriff (jetzt wird es spannend [Blocked Image: https://www.cosgan.de/images/smilie/verschiedene/k060.gif]). Womit die Stufe zum Selbst-Bewußtsein erreicht ist.

    Nachdem ich das Verstandeskapitel gelesen habe, ist mir weniger klar als vorher, an welcher Stelle Hegel eigentlich die Vermittlung durch das Begriffliche einsetzen läßt. Jetzt scheint es mir fast so, als würde er nicht nur die sinnliche Gewißheit, sondern auch noch die Wahrnehmung als unvermittelte Verhältnisse begreifen, und erst der Verstand würde die Vermittelheit über den Begriff ins Bewußtsein treten lassen. Vielleicht ist meine Schwierigkeit aber auch darin begründet, daß ich zu wenig berücksichtige, daß die einzelnen Entwicklungsphasen einen ineinanderübergehenden Prozeß darstellen.

    Was ich noch gar nicht aufdröseln kann, das ist der Status im ontologischen und/oder begrifflichen (beides gerät mir sowieso leicht durcheinander) System, den das Wort "Prinzip" hat und damit zusammenhängend, wie Hegel sich das Verhältnis von Geist und Vernunft denkt. Vertrauter hingegen wird mir allmählich die Bedeutung des Wortes "Gegenstand". Gegenstand scheint ungefähr alles zu sein, was "es gibt" (Vernunft, Geist, Begriff!, Sachverhalte, materielle Gegenstände zum Anfassen).

    Ich notiere die basics, die ich gestern gelernt habe (falls das für Euch alte Kamellen sind, dann kannst Du es gerne löschen, _its_not_me_).

    Mir ist überhaupt nicht klar gewesen, daß Hegel das Wort "Moment" in einem ganz bestimmten Sinn verwendet. Hier lese ich daß Hegel 1. das Wort "aufheben" als terminus in die Philosophie eingeführt hat, und daß er es bewußt wegen der Doppeldeutigkeit, in der das Wort umgangssprachlich -allerdings in unterschiedlichen Kontexten- verwendet wird, gewählt hat: Aufbewahren und Beenden. Als terminus bedeutet "aufheben" aber nun beides zugleich. Und das 2. nennt Hegel Momente. Moment ist das, was zwar besteht, aber nicht für sich allein bestehen kann, sondern nur an einem anderen, in einem anderen, durch ein anderes. Beenden und Aufbewahren bestehen also nicht selbständig jedes für sich, sondern nur im Aufheben. Sie sind Momente des Aufhebens. In Bezug auf 3. die Negation bildet das doppeldeutige Aufheben die Struktur jeder Negation. Alles Negieren hebt auf, jedes Aufheben bildet die Doppelbedeutung einer Negation. Allein schon ein in der formalen Logik üblicher symbolischer Ausdruck für Negation wie "~p" zeigt diese doppelte Bedeutung, indem er das Verneinte ("p"), mit einem Vorzeichen versehen, wiederholt. Und weil nun bereits die einfachste Negation die Form des Aufhebens, des Beendens und Aufbewahrens aufweist, kann Hegel sagen, daß 4. alles Negative auch positiv sei.

    Ich notiere die basics, die ich gestern gelernt habe (falls das für Euch alte Kamellen sind, dann kannst Du es gerne löschen, _its_not_me_).

    Mir ist überhaupt nicht klar gewesen, daß Hegel das Wort "Moment" in einem ganz bestimmten Sinn verwendet. Hier lese ich daß Hegel 1. das Wort "aufheben" als terminus in die Philosophie eingeführt hat, und daß er es bewußt wegen der Doppeldeutigkeit, in der das Wort umgangssprachlich -allerdings in unterschiedlichen Kontexten- verwendet wird, gewählt hat: Aufbewahren und Beenden. Als terminus bedeutet "aufheben" aber nun beides zugleich. Und das 2. nennt Hegel Momente. Moment ist das, was zwar besteht, aber nicht für sich allein bestehen kann, sondern nur an einem anderen, in einem anderen, durch ein anderes. Beenden und Aufbewahren bestehen also nicht selbständig jedes für sich, sondern nur im Aufheben. Sie sind Momente des Aufhebens. In Bezug auf 3. die Negation bildet das doppeldeutige Aufheben die Struktur jeder Negation. Alles Negieren hebt auf, jedes Aufheben bildet die Doppelbedeutung einer Negation. Allein schon ein in der formalen Logik üblicher symbolischer Ausdruck für Negation wie "~p" zeigt diese doppelte Bedeutung, indem er das Verneinte ("p"), mit einem Vorzeichen versehen, wiederholt. Und weil nun bereits die einfachste Negation die Form des Aufhebens, des Beendens und Aufbewahrens aufweist, kann Hegel sagen, daß 4. alles Negative auch positiv sei.

    Als ich vor einigen Tagen irgendwo las, daß das Verstandeskapitel ein besonders vertracktes Stück sei, da dachte ich noch frohgemut, in abenteuerlichem Überschwang wohl, "na dann erst recht". Falls die Mitstreiter das Beschleunigen ebenfalls dem Verlangsamen vorziehen ... ich harre aus. :saint:

    Als ich vor einigen Tagen irgendwo las, daß das Verstandeskapitel ein besonders vertracktes Stück sei, da dachte ich noch frohgemut, in abenteuerlichem Überschwang wohl, "na dann erst recht". Falls die Mitstreiter das Beschleunigen ebenfalls dem Verlangsamen vorziehen ... ich harre aus. :saint:

    (Ihr könnt sagen, was Ihr wollt: So verwickelt und schwerfällig sich Hegels minutiöse Analyse auf den ersten und zweiten Blick auch liest - wenn man sich darauf einlässt und genau liest, wird sie völlig klar und geradezu logisch elegant...) :sunny:

    Gestern habe ich die Verzweiflung noch abwenden können, heute hilft kein gutes Zureden mehr, je genauer und gründlicher ich lese, desto unklarer, geradezu verworren wird mir der Text. Was meint "Medium", was ist "positive Allgemeinheit", was "Sichselbstgleichheit", was meint "Wesen" und was "wesentlich" und "unwesentlich" und was meinen "Eins", "Dingheit", sind "Bestimmtheit der Negation" und "bestimmte Negation" dasselbe usw. usf. ?( Ich darf gar nicht ans Selbstbewußtsein denken, weil es dann, soweit ich Gehring hörte, noch einen weiteren Teil gibt, der "sein Negatives an sich" hat. Vielleicht könnten wir probeweise aus dem Wahrnehmungskapitel einen Abschnitt herausnehmen und Satz für Satz durchgehen, zum Beispiel wie es dazu kommen kann, daß wir uns täuschen? Jedenfalls bin ich weit davon entfernt, Begriffe und Gedanken so synthetisieren zu können, wie Du es in Deinem Beitrag getan hast.

    (Ihr könnt sagen, was Ihr wollt: So verwickelt und schwerfällig sich Hegels minutiöse Analyse auf den ersten und zweiten Blick auch liest - wenn man sich darauf einlässt und genau liest, wird sie völlig klar und geradezu logisch elegant...) :sunny:

    Gestern habe ich die Verzweiflung noch abwenden können, heute hilft kein gutes Zureden mehr, je genauer und gründlicher ich lese, desto unklarer, geradezu verworren wird mir der Text. Was meint "Medium", was ist "positive Allgemeinheit", was "Sichselbstgleichheit", was meint "Wesen" und was "wesentlich" und "unwesentlich" und was meinen "Eins", "Dingheit", sind "Bestimmtheit der Negation" und "bestimmte Negation" dasselbe usw. usf. ?( Ich darf gar nicht ans Selbstbewußtsein denken, weil es dann, soweit ich Gehring hörte, noch einen weiteren Teil gibt, der "sein Negatives an sich" hat. Vielleicht könnten wir probeweise aus dem Wahrnehmungskapitel einen Abschnitt herausnehmen und Satz für Satz durchgehen, zum Beispiel wie es dazu kommen kann, daß wir uns täuschen? Jedenfalls bin ich weit davon entfernt, Begriffe und Gedanken so synthetisieren zu können, wie Du es in Deinem Beitrag getan hast.

    Wir befinden uns jetzt doch auf der Bewußtseinsstufe der Wahrnehmung? Die ist bei Hegel gekennzeichnet dadurch, daß wir einzelne Gegenstände identifizieren? Für mich besteht die ganze Faszination dieses Kapitels darin, daß Hegel das, was wir alltäglich ununterbrochen tun, nämlich Gegenstände zu identifizieren, mikroskopisch genau -seiner Methode entsprechend- analysiert. Wenn wir ein Haus als Haus erkennen, dann geht das so blitzschnell, daß wir niemals darauf kämen, in diesem einen Erkennen eine derartige Fülle von einzelnen Handlungsakten zu vermuten. Die SG ist systematisch zwar getrennt von der Begriffsbildung/Bedeutung; auf der Stufe der Wahrnehmung ist die SG jedoch in "aufbewahrter" Gestalt sedimentiert. In dieser im Bewußtsein abgespeicherten Form und am Wahrnehmungsprozeß beteiligt, heißt sie "sinnliche Anschauung" (nur bei den Tieren kommt die SG ohne Zusätze vor, weil Tiere ohne Bewußtsein/Geist sind und daher alleine mit ihrem Körper sinnlich gewiß sind. Das ist allerdings keine "sinnliche Anschauung"). Ein Haus zu identifizieren schließt zwar die sinnliche Anschauung ein, sie ist aber überhaupt nicht zu trennen von der Dingerkenntnis, die ihrerseits den komplexen Vorgang der Eigenschaftserkennungen sowie der dialektischen Bewegung zwischen wahrnehmendem Ich und wahrgenommenem Ding beinhaltet.

    Stimmt Ihr dem zu? Versteht Ihr Hegel auch so? Und falls ja, dann weiß ich allerdings nicht, worin der Dissens zwischen Euch besteht (den Satz habe ich neulich schon einmal geschrieben :) ). Es ist mE ein "holistisches Netz" schon auf dieser unteren Bewußtseinsstufe, bei dem die sinnliche Anschauung mit beteiligt ist, aber allenfalls aus systematischen Gründen von der begrifflichen Vermittlung getrennt werden kann.

    Später: Ich glaube, ich muß mich schon wieder einmal korrigieren. Gedanken und Begriffe scheint Hegel der 3. Stufe vorzubehalten? Eigentlich entspricht das ständige Korrigieren doch der fortlaufenden Entwicklung des Bewußtseins ... insofern gibts keinen Grund zur Verzweiflung. :D

    Wir befinden uns jetzt doch auf der Bewußtseinsstufe der Wahrnehmung? Die ist bei Hegel gekennzeichnet dadurch, daß wir einzelne Gegenstände identifizieren? Für mich besteht die ganze Faszination dieses Kapitels darin, daß Hegel das, was wir alltäglich ununterbrochen tun, nämlich Gegenstände zu identifizieren, mikroskopisch genau -seiner Methode entsprechend- analysiert. Wenn wir ein Haus als Haus erkennen, dann geht das so blitzschnell, daß wir niemals darauf kämen, in diesem einen Erkennen eine derartige Fülle von einzelnen Handlungsakten zu vermuten. Die SG ist systematisch zwar getrennt von der Begriffsbildung/Bedeutung; auf der Stufe der Wahrnehmung ist die SG jedoch in "aufbewahrter" Gestalt sedimentiert. In dieser im Bewußtsein abgespeicherten Form und am Wahrnehmungsprozeß beteiligt, heißt sie "sinnliche Anschauung" (nur bei den Tieren kommt die SG ohne Zusätze vor, weil Tiere ohne Bewußtsein/Geist sind und daher alleine mit ihrem Körper sinnlich gewiß sind. Das ist allerdings keine "sinnliche Anschauung"). Ein Haus zu identifizieren schließt zwar die sinnliche Anschauung ein, sie ist aber überhaupt nicht zu trennen von der Dingerkenntnis, die ihrerseits den komplexen Vorgang der Eigenschaftserkennungen sowie der dialektischen Bewegung zwischen wahrnehmendem Ich und wahrgenommenem Ding beinhaltet.

    Stimmt Ihr dem zu? Versteht Ihr Hegel auch so? Und falls ja, dann weiß ich allerdings nicht, worin der Dissens zwischen Euch besteht (den Satz habe ich neulich schon einmal geschrieben :) ). Es ist mE ein "holistisches Netz" schon auf dieser unteren Bewußtseinsstufe, bei dem die sinnliche Anschauung mit beteiligt ist, aber allenfalls aus systematischen Gründen von der begrifflichen Vermittlung getrennt werden kann.

    Später: Ich glaube, ich muß mich schon wieder einmal korrigieren. Gedanken und Begriffe scheint Hegel der 3. Stufe vorzubehalten? Eigentlich entspricht das ständige Korrigieren doch der fortlaufenden Entwicklung des Bewußtseins ... insofern gibts keinen Grund zur Verzweiflung. :D