Posts by juhuhu77

    Hallo alle zusammen,

    ich frage mich gerade, ob Aristoteles und seine Tugendethik heutzutage noch anwendbar ist oder längst veraltet? Aristoteles sagt ja, eine Handlung sei dann moralisch richtig, wenn sie den Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit (Mesotes-Lehre) entspricht. Kann man diese Moralvorstellung heute noch anwenden? Ich muss für den Philosophie-Unterricht ein Referat vorbereiten, dass sich damit befasst, ob Terroristen wie Osama Bin Laden gezielt getötet werden dürfen. Ist es hier angemessen, neben Kant und Utilitarismus auch Aristoteles als dritten Ansatzpunkt zu betrachten oder habt ihr besser Vorschläge? Ich denke, Gerechtigkeit und Klugheit ist hier auf jedenfall erfüllt. Tapferkeit weiß ich nicht sicher und Besonnenheit denke ich eher nicht, weil das mittlere die Gefangenschaft wäre zwischen töten und laufen lassen. Kann mir hier jemand helfen?

    Hallo alle zusammen,

    ich frage mich gerade, ob Aristoteles und seine Tugendethik heutzutage noch anwendbar ist oder längst veraltet? Aristoteles sagt ja, eine Handlung sei dann moralisch richtig, wenn sie den Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit (Mesotes-Lehre) entspricht. Kann man diese Moralvorstellung heute noch anwenden? Ich muss für den Philosophie-Unterricht ein Referat vorbereiten, dass sich damit befasst, ob Terroristen wie Osama Bin Laden gezielt getötet werden dürfen. Ist es hier angemessen, neben Kant und Utilitarismus auch Aristoteles als dritten Ansatzpunkt zu betrachten oder habt ihr besser Vorschläge? Ich denke, Gerechtigkeit und Klugheit ist hier auf jedenfall erfüllt. Tapferkeit weiß ich nicht sicher und Besonnenheit denke ich eher nicht, weil das mittlere die Gefangenschaft wäre zwischen töten und laufen lassen. Kann mir hier jemand helfen?

    Hallo juhuhu77,

    willkommen im Forum erst einmal!

    Zum Thema:

    Deine Ausgangsfrage beinhalten meines Erachtens eigentlich gleich zwei Fragen, die getrennt voneinander Betrachtet werden müssen: 1. Darf ein Land Terroristen außerhalb des eigenen Staatsgebiets vermeintliche Terroristen präventiv bekämpfen? und 2. Darf es unbemannte Drohnen einsetzen, um Menschen umzubringen, die eine potentiellle Gefahr darstellen.
    Ich würde schon die erste Frage mit nein beantworten. Sollten im Ausland lebende Terroristen wirklich eine Gefahr darstellen, ist es Aufgabe des Staates, in dem sie sich befinden, mit diesen fertig zu werden. Eine Einmischung von außen könnte höchstens mit Zustimmung dieses Staates gerechtfertigt werden, und auch dann nur, wenn erwiesenermaßen eine Gefahr von ihnen ausgeht (also wenn z. B. 100% sicher ist, dass dieser Terrorist morgen eine Bombe zündet und die tötung die einzige Möglichkeit ist, das zu verhindern). Alles andere verstößt m.E. gegen die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und das Völkerrecht.

    Diese Diskussion um Drohnen finde ich ehrlich gesagt ein bißchen scheinheilig. Schon heute gibt es viele Möglichkeiten, Menschen quasi "auf Knopfdruck" zu töten, und sie werden auch regelmäßig eingesetzt, auch von der Bundeswehr (siehe dieser Tanklasterangriff in Afghanistan vor einiger Zeit). Ich verstehe nicht ganz, warum eine Drohne anders zu behandeln ist als ein Kampfflugzeug, ein Scharfschützengewehr o.ä ausgeklügelte Tötungsmaschinen. Das einzige, was gegen Drohnen spricht, ist ein veraltetes Ideal der Ritterlichkeit, dass Soldaten sich gefälligst Mann gegen Mann erschießen sollen anstatt mit technischen Hilfsmitteln. Anstatt zu versuchen, mit solchen Idealen den Krieg irgendwie zu humanisieren, sollte man lieber versuchen, ihn ganz abzuschaffen.

    Zum zweiten Punkt mache ich mir häufig Gedanken über Kant bzw. Utilitarismus.
    Kant würde das töten mit Drohnen ja ablehnen, weil der Mensch bzw. das Opfer nur Mittel zum Zweck der Sicherung der eigenen Bevölkerung ist. Auch dürfte man das vorgehen nach dem kategorischen Imperativ auch ablehnen, weil zum einen niemand ein Gesetz haben möchte, mit dem es Staaten erlaubt ist, außerhalb ihres Landes mehr oder weniger "willkürlich" festgelegte Staatsfeinde zu töten. Auch verstöße das Töten ja gegen das Naturgesetz, weshalb es sowieso abgelehnt werden sollte.
    Utilitarismus würde meiner Meinung nach das Töten mit Drohnen erlauben, weil der Vorteil ja der Schutz von Menschenleben bedeuten würde, indem man einen Terroristen ausscheltet. Auch wenn dabei Zivilisten sterben sollten, wäre der Nutzen trotz allem größer als wenn man es unterließe.

    Hallo juhuhu77,

    willkommen im Forum erst einmal!

    Zum Thema:

    Deine Ausgangsfrage beinhalten meines Erachtens eigentlich gleich zwei Fragen, die getrennt voneinander Betrachtet werden müssen: 1. Darf ein Land Terroristen außerhalb des eigenen Staatsgebiets vermeintliche Terroristen präventiv bekämpfen? und 2. Darf es unbemannte Drohnen einsetzen, um Menschen umzubringen, die eine potentiellle Gefahr darstellen.
    Ich würde schon die erste Frage mit nein beantworten. Sollten im Ausland lebende Terroristen wirklich eine Gefahr darstellen, ist es Aufgabe des Staates, in dem sie sich befinden, mit diesen fertig zu werden. Eine Einmischung von außen könnte höchstens mit Zustimmung dieses Staates gerechtfertigt werden, und auch dann nur, wenn erwiesenermaßen eine Gefahr von ihnen ausgeht (also wenn z. B. 100% sicher ist, dass dieser Terrorist morgen eine Bombe zündet und die tötung die einzige Möglichkeit ist, das zu verhindern). Alles andere verstößt m.E. gegen die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und das Völkerrecht.

    Diese Diskussion um Drohnen finde ich ehrlich gesagt ein bißchen scheinheilig. Schon heute gibt es viele Möglichkeiten, Menschen quasi "auf Knopfdruck" zu töten, und sie werden auch regelmäßig eingesetzt, auch von der Bundeswehr (siehe dieser Tanklasterangriff in Afghanistan vor einiger Zeit). Ich verstehe nicht ganz, warum eine Drohne anders zu behandeln ist als ein Kampfflugzeug, ein Scharfschützengewehr o.ä ausgeklügelte Tötungsmaschinen. Das einzige, was gegen Drohnen spricht, ist ein veraltetes Ideal der Ritterlichkeit, dass Soldaten sich gefälligst Mann gegen Mann erschießen sollen anstatt mit technischen Hilfsmitteln. Anstatt zu versuchen, mit solchen Idealen den Krieg irgendwie zu humanisieren, sollte man lieber versuchen, ihn ganz abzuschaffen.

    Zum zweiten Punkt mache ich mir häufig Gedanken über Kant bzw. Utilitarismus.
    Kant würde das töten mit Drohnen ja ablehnen, weil der Mensch bzw. das Opfer nur Mittel zum Zweck der Sicherung der eigenen Bevölkerung ist. Auch dürfte man das vorgehen nach dem kategorischen Imperativ auch ablehnen, weil zum einen niemand ein Gesetz haben möchte, mit dem es Staaten erlaubt ist, außerhalb ihres Landes mehr oder weniger "willkürlich" festgelegte Staatsfeinde zu töten. Auch verstöße das Töten ja gegen das Naturgesetz, weshalb es sowieso abgelehnt werden sollte.
    Utilitarismus würde meiner Meinung nach das Töten mit Drohnen erlauben, weil der Vorteil ja der Schutz von Menschenleben bedeuten würde, indem man einen Terroristen ausscheltet. Auch wenn dabei Zivilisten sterben sollten, wäre der Nutzen trotz allem größer als wenn man es unterließe.

    Hallo alle zusammen,

    ich habe nach vielem Mitlesen mich auch mal entschieden, hier anzumelden, weil mich aktuell ein Thema beschäftig: Sollten Staaten wie die USA mit unbemannten Drohnen Terroristen auf Distanz ausschalten dürfen? Findet ihr das moralisch in Ordnung?

    Hallo alle zusammen,

    ich habe nach vielem Mitlesen mich auch mal entschieden, hier anzumelden, weil mich aktuell ein Thema beschäftig: Sollten Staaten wie die USA mit unbemannten Drohnen Terroristen auf Distanz ausschalten dürfen? Findet ihr das moralisch in Ordnung?