Luhmann zumindest hat, in seiner Systemtheorie, zu Vernunft und Wahrheit ein -ich sags mal vorsichtig- reduziertes Verhältnis.
Laut Luhmann sollten Vernunft und Wahrheit neu, und zwar funktional, definiert werden.
Die Begriffe Vernunft und Wahrheit sind Prägungen aus einer vergangenen Zeit. Damals war die Wahrheit noch Sache menschlicher Vernunft. Für unsere hochkomplexe Gesellschaft ist dieser Ansatz unrealistisch geworden. Der Wahrheitsbegriff wird heutzutage als moralischer Mythos mitgeschleppt oder dient als Definitionsgrundlage für logische Theorien.
Wahrheit könnte heutzutage vielleicht als Code von Regeln, nach denen Erlebnisreduktionen von einem zum andern übertragen werden, betrachtet werden.
meinte Luhmann, sehr abstrakt, wenn ich mich nicht irre
das erscheint mir auch einleuchtend. Wenn man den ganzen metaphysischen Ballast des Wahrheitsbegriffes einmal ausser acht läßt, was bleibt dann? Welche Funktion hat die Wahrheitsbehauptung eines Satzes in der Kommunikation? Doch nur noch den Vorschlag an die (Sprach-) Gruppe, diesen Satz (zumindest momentan) nicht anzuzweifeln.