Posts by Bartleby

    Zeit - und ein entsprechend langer Atem, kontinuierlich dabeibleiben zu können - sind bei mir leider ein permanenter Mangel. Obendrein steht auch noch die Urlaubszeit bevor, in der ich zu Aktivitäten hier im Forum sowieso nicht komme. Wenn eine eher sporadische Beteiligung meinerseits in Ordnung ist, so bin ich aber gerne dabei. Habt Ihr Vorschläge zur gemeinsamen Lektüre oder anderen Aktivitäten? Zur Zeit befasse ich mich ja auch eher mit dem Zeitgeist des Neuen Realismus (und seinen gar nicht so neuen idealistischen Wurzeln ;) ), ein Thema, das in "Poetik und Hermeneutik" vielleicht nicht so gut aufgehoben wäre... Wo Du es vor kurzem erwähnt hast, Nauplios: Aus dem Nachlass meines Vaters habe ich aber auch Stefan Zweigs "Welt von gestern" geerbt - vielleicht zur Abwechslung mal einen literarischen Text lesen? Oder einen Aufsatz von Odo Marquard, "Vernunft und Humor" beispielsweise?
    Was meint Ihr :) ?

    Zeit - und ein entsprechend langer Atem, kontinuierlich dabeibleiben zu können - sind bei mir leider ein permanenter Mangel. Obendrein steht auch noch die Urlaubszeit bevor, in der ich zu Aktivitäten hier im Forum sowieso nicht komme. Wenn eine eher sporadische Beteiligung meinerseits in Ordnung ist, so bin ich aber gerne dabei. Habt Ihr Vorschläge zur gemeinsamen Lektüre oder anderen Aktivitäten? Zur Zeit befasse ich mich ja auch eher mit dem Zeitgeist des Neuen Realismus (und seinen gar nicht so neuen idealistischen Wurzeln ;) ), ein Thema, das in "Poetik und Hermeneutik" vielleicht nicht so gut aufgehoben wäre... Wo Du es vor kurzem erwähnt hast, Nauplios: Aus dem Nachlass meines Vaters habe ich aber auch Stefan Zweigs "Welt von gestern" geerbt - vielleicht zur Abwechslung mal einen literarischen Text lesen? Oder einen Aufsatz von Odo Marquard, "Vernunft und Humor" beispielsweise?
    Was meint Ihr :) ?

    Die heiße Debatte um Essentialismus vs. Konstruktion?

    In dem Fall wohl eher um "sex" vs. "gender" ;) . Wobei ein sozial konstruiertes Geschlecht oder Geschlechterbild immerhin den Vorteil der Nicht-Notwendigkeit hat, auch anders ausfallen zu können, wenn sich die sozialen Rahmenbedingungen ändern, die sich in ihm widerspiegeln. Oder den Nachteil, je nachdem :P .

    Die heiße Debatte um Essentialismus vs. Konstruktion?

    In dem Fall wohl eher um "sex" vs. "gender" ;) . Wobei ein sozial konstruiertes Geschlecht oder Geschlechterbild immerhin den Vorteil der Nicht-Notwendigkeit hat, auch anders ausfallen zu können, wenn sich die sozialen Rahmenbedingungen ändern, die sich in ihm widerspiegeln. Oder den Nachteil, je nachdem :P .

    das Männliche als Allgemeines

    Aspekt der Ent-Subjektivierung der Frau (die Frau als die "Natur" und der Mann als die "Vernunft").

    Dass DER Geist männlich ist galt lange Zeit auch als unhinterfragte Selbstverständlichkeit, stimmt. Männer haben die Geschichte der Philosophie geprägt; weibliche Philosophinnen werden allenfalls als Randnotiz wahrgenommen, wenn man(n) ihnen die Fähigkeit des Denkens aufgrund ihres Geschlechts nicht sowieso gleich ganz abgesprochen hat. Nun haben solche Selbstverständlichkeiten, auch wenn sie gar nicht so selbstverständlich und allgemein gültig sein mögen, die Tücke, dass sie meist nicht bemerkt werden, sofern man darin befangen ist. Nur: Ist man deswegen schon weniger befangen, indem man es explizit zum Thema macht? Fragen wie "Denken Frauen anders?" wollen im Gegenzug den Androzentrismus in der Philosophie, die Etablierung des Männlichen als das Allgemeine infrage stellen. Leider suggerieren sie dabei aber auch eine geschlechts- wenn nicht gar naturbedingte Differenz, die so vielleicht gar nicht gegeben ist. Genausogut könnte man vielleicht fragen: "Denken Afrikaner anders?" Nicht dass Afrikaner ein wesentlich anderes Denkvermögen hätten als Nichtafrikaner; letztlich dürfte es um historisch gewachsene und eingefahrene Machtverhältnisse gehen, die inzwischen am Bröckeln sind. Nicht überwunden, das wäre wohl zu optimistisch.

    das Männliche als Allgemeines

    Aspekt der Ent-Subjektivierung der Frau (die Frau als die "Natur" und der Mann als die "Vernunft").

    Dass DER Geist männlich ist galt lange Zeit auch als unhinterfragte Selbstverständlichkeit, stimmt. Männer haben die Geschichte der Philosophie geprägt; weibliche Philosophinnen werden allenfalls als Randnotiz wahrgenommen, wenn man(n) ihnen die Fähigkeit des Denkens aufgrund ihres Geschlechts nicht sowieso gleich ganz abgesprochen hat. Nun haben solche Selbstverständlichkeiten, auch wenn sie gar nicht so selbstverständlich und allgemein gültig sein mögen, die Tücke, dass sie meist nicht bemerkt werden, sofern man darin befangen ist. Nur: Ist man deswegen schon weniger befangen, indem man es explizit zum Thema macht? Fragen wie "Denken Frauen anders?" wollen im Gegenzug den Androzentrismus in der Philosophie, die Etablierung des Männlichen als das Allgemeine infrage stellen. Leider suggerieren sie dabei aber auch eine geschlechts- wenn nicht gar naturbedingte Differenz, die so vielleicht gar nicht gegeben ist. Genausogut könnte man vielleicht fragen: "Denken Afrikaner anders?" Nicht dass Afrikaner ein wesentlich anderes Denkvermögen hätten als Nichtafrikaner; letztlich dürfte es um historisch gewachsene und eingefahrene Machtverhältnisse gehen, die inzwischen am Bröckeln sind. Nicht überwunden, das wäre wohl zu optimistisch.

    "Philosophie der Frauen", "Das Bild der Frau in der Philosophie" etc. Oder: was denken Frauen, sofern sie Frauen sind; was denken und dachten andere über Frauen, sofern sie Frauen sind ... Nun wurden Frauen de facto ja jahrhundertelang aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und marginalisiert. Mir scheint, eines haben solche Fragen doch leider gemeinsam, nach wie vor: Sie nageln einen fest auf das biologische und/oder soziale Geschlecht. Als sei das irgendwie das Wichtigste. Wahrscheinlich käme daher auch niemand ernstlich auf die Idee, nach einer "Philosophie der Männer" oder dem "Bild des Mannes in der Philosophie" zu fragen ;) . Interessanter wäre finde ich doch allemal: was denken (manche) Frauen, sofern sie Philosophinnen sind?

    "Philosophie der Frauen", "Das Bild der Frau in der Philosophie" etc. Oder: was denken Frauen, sofern sie Frauen sind; was denken und dachten andere über Frauen, sofern sie Frauen sind ... Nun wurden Frauen de facto ja jahrhundertelang aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und marginalisiert. Mir scheint, eines haben solche Fragen doch leider gemeinsam, nach wie vor: Sie nageln einen fest auf das biologische und/oder soziale Geschlecht. Als sei das irgendwie das Wichtigste. Wahrscheinlich käme daher auch niemand ernstlich auf die Idee, nach einer "Philosophie der Männer" oder dem "Bild des Mannes in der Philosophie" zu fragen ;) . Interessanter wäre finde ich doch allemal: was denken (manche) Frauen, sofern sie Philosophinnen sind?

    Anders gesagt: in jedem ausgesprochenen Wort klingt ungleich mehr Ungesagtes mit an. Ungesagt Gebliebenes wird bisweilen auch herausgehört, oder in der Interpretation sogar - vor dem Hintergrund des Ganzen der ihnen wiederum zugrundeliegenden Sprache und Weltansicht - in Worte gefasst, für die dann natürlich das Gleiche gilt. Man könnte daher vielleicht auch sagen: jedes Sprechen ist immer auch ein Wagnis.

    Ein jedes Wort läßt eine "Unendlichkeit des Ungesagten" (S. 444) appräsentieren, wodurch der auszulegende Sinn ebenfalls ins Unendliche reicht und damit das Geschäft des Interpretierens und Verstehens zu einer immer wieder neu zu leistenden Aufgabe macht. -


    Das "Ganze" ist demnach wohl aber auch nur in Form einer unendlichen Annäherung bzw. dem unabschließbaren "Geschäft des Interpretierens und Verstehens" zu haben - zum Glück ;) .

    Anders gesagt: in jedem ausgesprochenen Wort klingt ungleich mehr Ungesagtes mit an. Ungesagt Gebliebenes wird bisweilen auch herausgehört, oder in der Interpretation sogar - vor dem Hintergrund des Ganzen der ihnen wiederum zugrundeliegenden Sprache und Weltansicht - in Worte gefasst, für die dann natürlich das Gleiche gilt. Man könnte daher vielleicht auch sagen: jedes Sprechen ist immer auch ein Wagnis.

    Ein jedes Wort läßt eine "Unendlichkeit des Ungesagten" (S. 444) appräsentieren, wodurch der auszulegende Sinn ebenfalls ins Unendliche reicht und damit das Geschäft des Interpretierens und Verstehens zu einer immer wieder neu zu leistenden Aufgabe macht. -


    Das "Ganze" ist demnach wohl aber auch nur in Form einer unendlichen Annäherung bzw. dem unabschließbaren "Geschäft des Interpretierens und Verstehens" zu haben - zum Glück ;) .

    Ja, das wäre schön, wenn hier wieder etwas mehr Schwung reinkäme. Du, Nauplios, hattest zusammen mit Solarplexa doch schon einige mögliche Themen zusammengestellt wie ich sehe? Bei Schlegels "Gespräch über die Poesie" wäre ich natürlich mit dabei soweit mir möglich :) ("über die Unverständlichkeit" wäre ein weiterer lesenswerter Textvorschlag) ; auch bei einem Thema zu Schelling, dessen "Grundidee" der zeitgenössische Philosoph Maurizio Ferraris witzigerweise übrigens für ganz brandaktuell hält :D ; oder Fichte, der diesbezüglich mE auch einige interessante Anknüpfungspunkte hat - für mich philosophisch sowieso mehr oder weniger back to the roots. Vielleicht lassen sich hier ja auch noch weitere Interessenten für ein idealistisch-romantisches Thema finden?

    Ja, das wäre schön, wenn hier wieder etwas mehr Schwung reinkäme. Du, Nauplios, hattest zusammen mit Solarplexa doch schon einige mögliche Themen zusammengestellt wie ich sehe? Bei Schlegels "Gespräch über die Poesie" wäre ich natürlich mit dabei soweit mir möglich :) ("über die Unverständlichkeit" wäre ein weiterer lesenswerter Textvorschlag) ; auch bei einem Thema zu Schelling, dessen "Grundidee" der zeitgenössische Philosoph Maurizio Ferraris witzigerweise übrigens für ganz brandaktuell hält :D ; oder Fichte, der diesbezüglich mE auch einige interessante Anknüpfungspunkte hat - für mich philosophisch sowieso mehr oder weniger back to the roots. Vielleicht lassen sich hier ja auch noch weitere Interessenten für ein idealistisch-romantisches Thema finden?

    Ja, habe ich. Aktuell haben wir nach meiner Zählung 15 Mitglieder, und zwar: Alltag, agila, Bartleby, byLaszlo, CanumaPueblo, echtjetzt, Friederike, Johann, Nauplios, Philodendron, richard, rob, sammler9, Shipwrecker und Solarplexa. Gar nicht so wenige eigentlich...

    Ja, habe ich. Aktuell haben wir nach meiner Zählung 15 Mitglieder, und zwar: Alltag, agila, Bartleby, byLaszlo, CanumaPueblo, echtjetzt, Friederike, Johann, Nauplios, Philodendron, richard, rob, sammler9, Shipwrecker und Solarplexa. Gar nicht so wenige eigentlich...

    Hallo Nauplios,

    Trost vorenthalten will ich natürlich niemandem. Nur... die Sache ist auch die, dass ich mich aus diesem Forum - als aktive Schreiberin und Teilnehmerin jedenfalls - weitgehend zurückgezogen habe und das bis auf weiteres auch weiter so halten (und natürlich auch keine Eigenwerbung o.ä. betreiben) will ;) - diese Gruppe hier ausgenommen. Doch es ist auch hier ja nie so ganz klar, wer wo Einblick nehmen kann und wo nicht. Vielleicht lösen wir das Dilemma einfach so: wer interessiert ist kann sich gerne bei mir per PN melden; ich schicke dann ggf. weitere Auszüge per pdf. Den Zuhörern scheints gefallen zu haben; es ist allerdings wirklich nichts Großes oder Weltbewegendes. Und sicher auch nichts, das Blumenberg-Kennern nicht schon bekannt wäre :) .

    Vormittägliche Grüße,
    Bartleby

    Hallo Nauplios,

    Trost vorenthalten will ich natürlich niemandem. Nur... die Sache ist auch die, dass ich mich aus diesem Forum - als aktive Schreiberin und Teilnehmerin jedenfalls - weitgehend zurückgezogen habe und das bis auf weiteres auch weiter so halten (und natürlich auch keine Eigenwerbung o.ä. betreiben) will ;) - diese Gruppe hier ausgenommen. Doch es ist auch hier ja nie so ganz klar, wer wo Einblick nehmen kann und wo nicht. Vielleicht lösen wir das Dilemma einfach so: wer interessiert ist kann sich gerne bei mir per PN melden; ich schicke dann ggf. weitere Auszüge per pdf. Den Zuhörern scheints gefallen zu haben; es ist allerdings wirklich nichts Großes oder Weltbewegendes. Und sicher auch nichts, das Blumenberg-Kennern nicht schon bekannt wäre :) .

    Vormittägliche Grüße,
    Bartleby