Posts by Edelmann

    So etwa die geniale Haushälterin Nelly Dean in Emily Brontës Sturmhöhe. :)

    Die war mir jetzt zwar nicht in Erinnerung, aber Emily Brontes Wuthering Heights habe ich vor etlichen Jahren gelesen.

    Emily Bronte muß eine herausragende Persönlichkeit gewesen sein; sie hat ihr ganzes Leben in ihrem Elternhaus verbracht, hatte (meines Wissens) nie eine Liebesbeziehung und ist überhaupt nur 30 Jahre alt geworden. Und doch hat sie einen Roman hinterlassen, der zu den meistdiskutierten Werken der englischen Literatur des 19. Jahrhunderts gehört.

    Und du hast insofern einen Treffer gelandet, als ich tatsächlich, als ich "nicht nur in Frankreich" sagte, an die Engländer dachte. Da aber eher z. B. an Charles Dickens.

    Für einen Historiker, dessen Geburtsjahr dem 18. Jahrhundert angehört, ist dieser Vorschlag bemerkenswert, verband man doch bis ins 19. Jahrhundert die geschichtlichen Großereignisse meist mit den Namen bedeutender Staatslenker und Feldherren. Das Dienstpersonal des Adels und des Großbürgertums, Kutscher, Diener, Köchinnen, Gouvernanten, Wäscherinnen, Haushälterinnen und Kammerzofen dagegen galt für den Gang der Geschichte als unbedeutend, allenfalls als Staffage auf der Bühne des historischen Geschehens.

    Das ist sicher richtig.

    Zuerst bleibt einmal festzuhalten, daß sich die Geschichtswissenschaft erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts als eigenständige Disziplin entwickelt hat, und dann kann man zweitens sagen, daß das ganze 19. Jahrundert hindurch der Schwerpunkt eindeutig auf der politischen Geschichte gelegen hat.

    Erst im 20. Jahrhundert sind solche Bereiche wie Mentalitätengeschichte oder Alltagsgeschichte erschlossen worden.

    Literarisch waren Dienstboten dagegen längst von Interesse.

    Ja, und das nicht nur in Frankreich.

    Wer konnte die praktische Umsetzung Kants Erkenntnistheorie durch Meister Kant himself und die Kluft zwischen sublimer Geistigkeit und Realität besser beurteilen als Lampe?

    Tja, das weiß ich nicht so genau. Es gab vor Jahren mal eine Kant-Biographie von einem, ich glaube, so hieß er, Manfred Kuhn.

    Da wird u. a. gesagt, daß Kant sich einige Jahre vor seinem Tod von Lampe getrennt hat, weil dieser ihn schlecht behandelt habe. Die genauen Details, wenn sie überhaupt geschildert wurden, habe ich aber vergessen.