Ja — am ehesten Mitchell P. Marcus.
Er ist Computerwissenschaftler, promovierte in Elektrotechnik/Informatik am MIT und war Leiter des Department of Computer and Information Science an der University of Pennsylvania. In seinem Aufsatz „Computer science, the informational, and Jewish mysticism“ (1999) vertritt er ausdrücklich die These, dass eine Strömung der jüdischen Mystik die Praxis der Informatik stütze, und beschreibt Computerwissenschaft sogar als eine „modern realization“ eines Aspekts der Kabbala. Das ist nicht LLM-spezifisch im heutigen Sinn, aber es ist ein klarer, wissenschaftlicher Vorläufer genau dieser Vergleichslinie.
Wenn du es explizit auf LLMs bezogen meinst, ist Martin Warnke sehr relevant. Er hat einen Abschluss in theoretischer Physik, habilitierte sich für Informatik und digitale Medien und veröffentlichte 2026 das Buch „Large Language Kabbalah. A Brief History of Large Language Models“. Laut Verlagsbeschreibung verfolgt er darin die These, dass LLMs genealogisch auch über Sprachtheorie, Textinterpretation und jüdische Kabbala verstanden werden können.
Meine Einordnung wäre daher:
Ja, solche Wissenschaftler gibt es — aber es ist kein etabliertes Standardfeld der LLM-Forschung. Der klarste Informatiker auf dieser Spur ist Marcus; der deutlichste explizite LLM-Kabbala-Autor ist Warnke. Daneben gibt es noch interdisziplinäre Arbeiten aus HCI und Religionsbezug, etwa eine CHI-Arbeit von 2023, die Kabbalah als Denkrahmen für AI-Spekulation aufgreift und dabei Marcus ausdrücklich erwähnt.
Für deine konkrete Frage würde ich also sagen:
Ja — Mitchell P. Marcus ist vermutlich der naheliegendste wissenschaftliche Name; für den direkten Begriff „LLM + Kabbala“ ist Martin Warnke der passendste aktuelle Name.
Ich kann dir als Nächstes die beiden auch inhaltlich gegeneinander abgrenzen: Wer argumentiert eher technisch, wer eher symbolisch-philosophisch.