Ich habe dem TSM (seinen Stil habe ich vorher auf „skurril“ eingestellt) diese Frage gestellt:
„Welche Auffälligkeiten und Vergleichbarkeiten sind dir zwischen den Large Language Models und der jüdischen Mystik der Kabbala bekannt?“
Die Inspiration dazu verdanke ich einem theoretischen Physiker, der als Professor für Informatik und Digitale Medien an der Leuphana Universität Lüneburg Lehre: Martin Warnke. Der hat jüngst ein kleines Büchlein vorgelegt mit dem Titel Large Language Kabbala und darin die These verfochten: „Es sind die Schriftgelehrten und nicht die Nerds, die uns ChatGPT und die anderen konkurrierenden technischen Heldentaten von heutzutage erklären können … Die Vorgeschichte der Large Language Models, die völlig zu Recht das Wort ˋSprache´ zwischen ˋGroß´und ˋModell´im Namen tragen, legt deren Wurzeln in der Ausdeutung heiliger Texte, der Literaturkritik und der Wissenschaft von der Sprache frei, betreibt also recht eigentlich Kulturwissenschaft und nicht etwa Neurophysiologie oder Technikanalyse.“ [S. 8]
Warnke spürt die Vorgeschichte der LLM also nicht im Zentralnervensystem des Menschen nach, sondern in deren linguistischer Herkunft; dafür greift er zurück auf den sprachtheoretischen Ansatz von Zellig Sabbetai Harris (1909 - 1992), dem Doktorvater von Noam Chomsky und auf die Arbeiten von Walter Benjamin und Gershom Scholem zur jüdischen Kabbala. Das Ergebnis ist bemerkenswert: das Verhältnis zwischen Text und Semantik bei den LLM, bei Harris´ Linguistik und bei der kabbalistischen Textauslegungspraxis ist „übereinstimmend“ (S. 86)
Ich kopiere jetzt nicht die vollständige Antwort des TSM hier hinein, aber es kommt zu ähnlichen Ergebnissen.
Einzig auf die Nachfrage: „Gibt es einen Wissenschaftler, der der Frage nach diesen Auffälligkeiten und Vergleichbarkeiten zwischen LLMs und der jüdischen Kabbala nachgegangen ist?“
gibt das TSM die Antwort: „Nein – es gibt (noch) keinen etablierten Wissenschaftler oder eine klar definierte Forschungsrichtung, die explizit und systematisch Large Language Models mit der jüdischen Kabbala vergleicht.“ (Warnkes Buch erschien erst vor wenigen Wochen.)