Posts by Nauplios

    Gute Besserung, Bruder! Meister Murphy stimuliert die Durchblutung. Gib’ ihm Küsschen von mir! Wir können jetzt mit Carl Spitzweg den Club des Atlas gründen. Hattest Du nicht letztes Jahr Deinen Mädchen beim Umzug geholfen?

    Vielen Dank, das wird schon werden. Ja, eine der Sängerinnen ist umgezogen, aber ob das die Ursache für den Leistenbruch ist? - Hm, sehr fraglich; das wird man im Nachhinein nicht mehr rausfinden. Wie auch immer, es gibt Schlimmeres.

    Im Stil "Professionell" und "Längeres Nachdenken" (braucht die Plus-Version) wurde es fündiger auf Deine Frage (Gibt es einen Wissenschaftler, der der Frage nach diesen Auffälligkeiten und Vergleichbarkeiten zwischen LLMs und der jüdischen Kabbala nachgegangen ist?):

    Ja, das denke ich auch. Ich bin natürlich davon ausgegangen, daß "skurril" für einen Frager wie mich der passende Stil sein könnte. ;)

    Jetzt haben wir den Salat. Vilja hat ihm den Kopf verdreht. Selbst Ther, Habsburger, Strauß und Walzer konnten ihn nich' retten. Meine Hoffnung liegt auf Meister Murphy. Nur er könnte ihn wieder in die wirkliche Welt zurück holen ;)

    Ja, etwa in der Weise, daß er mit seinen Pfötchen auf meine drei frischen Wunden am Bauch (beids. Leistenbruch) herumtrampelt. (OP war gestern)

    Ich habe dem TSM (seinen Stil habe ich vorher auf „skurril“ eingestellt) diese Frage gestellt:

    „Welche Auffälligkeiten und Vergleichbarkeiten sind dir zwischen den Large Language Models und der jüdischen Mystik der Kabbala bekannt?“

    Die Inspiration dazu verdanke ich einem theoretischen Physiker, der als Professor für Informatik und Digitale Medien an der Leuphana Universität Lüneburg Lehre: Martin Warnke. Der hat jüngst ein kleines Büchlein vorgelegt mit dem Titel Large Language Kabbala und darin die These verfochten: „Es sind die Schriftgelehrten und nicht die Nerds, die uns ChatGPT und die anderen konkurrierenden technischen Heldentaten von heutzutage erklären können … Die Vorgeschichte der Large Language Models, die völlig zu Recht das Wort ˋSprache´ zwischen ˋGroß´und ˋModell´im Namen tragen, legt deren Wurzeln in der Ausdeutung heiliger Texte, der Literaturkritik und der Wissenschaft von der Sprache frei, betreibt also recht eigentlich Kulturwissenschaft und nicht etwa Neurophysiologie oder Technikanalyse.“ [S. 8]

    Warnke spürt die Vorgeschichte der LLM also nicht im Zentralnervensystem des Menschen nach, sondern in deren linguistischer Herkunft; dafür greift er zurück auf den sprachtheoretischen Ansatz von Zellig Sabbetai Harris (1909 - 1992), dem Doktorvater von Noam Chomsky und auf die Arbeiten von Walter Benjamin und Gershom Scholem zur jüdischen Kabbala. Das Ergebnis ist bemerkenswert: das Verhältnis zwischen Text und Semantik bei den LLM, bei Harris´ Linguistik und bei der kabbalistischen Textauslegungspraxis ist „übereinstimmend“ (S. 86)

    Ich kopiere jetzt nicht die vollständige Antwort des TSM hier hinein, aber es kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

    Einzig auf die Nachfrage: „Gibt es einen Wissenschaftler, der der Frage nach diesen Auffälligkeiten und Vergleichbarkeiten zwischen LLMs und der jüdischen Kabbala nachgegangen ist?“

    gibt das TSM die Antwort: „Nein – es gibt (noch) keinen etablierten Wissenschaftler oder eine klar definierte Forschungsrichtung, die explizit und systematisch Large Language Models mit der jüdischen Kabbala vergleicht.“ (Warnkes Buch erschien erst vor wenigen Wochen.)

    Ist die Musik (die Instrumentalmusik) eine Sprache? - Eine bemerkenswerte Antwort darauf gibt ein Mathematiker (Paradoxien des Unendlichen) und geweihter Priester, Mitglied der „Königlichen böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften“ und wichtiger Vordenker der Phänomenologie:

    In Über die Eintheilung der schönen Künste. Eine ästhetische Abhandlung stellt Bernard Bolzano die Musik „an die Spitze der künstlerischen Hierarchie, noch vor den ˋKünsten für das Auge´ (damit meinte er die bildenden Künste), der Literatur und den ˋGedankenkunstwerken´ (also der Philosophie). Zu den Gründen, warum ˋwir die Tonsprache doch gewiss oben an setzen müssen´, zählte Bolzano die direkte Übertragung von Gedanken über das Gehör und die Vermittlung von ˋWahrheiten aus der Geschichte, aus der Naturkunde´ sowie ˋsittlicher und religiöser Wahrheiten´.“ (s. Philipp Ther; Der Klang der Monarchie; S. 283)

    Das ist nicht wenig. Im Grunde setzt Bolzano die Musik in die Nachbarschaft einer Welterfahrung, die vor ihm bereits Schopenhauer ähnlich umschrieben hatte:

    „Der Komponist offenbart das innerste Wesen der Welt und spricht die tiefste Weisheit aus, in einer Sprache, die seine Vernunft nicht versteht; wie eine magnetische Somnambule Aufschlüsse gibt über Dinge, von denen sie wachend keinen Begriff hat.“ (Arthur Schopenhauer; Die Welt als Wille und Vorstellung; in: Sämtliche Werke; Bd. 1; S. 364)

    Danke, Nauplios. Ich hatte einen link gesetzt ... der heute weg ist. Hm, ich setze ihn jetzt an eine andere Stelle. Vielleicht funktioniert das besser.

    „Der Benutzer hat den Zugriff auf sein vollständiges Profil eingeschränkt.“ - Das ist im Moment die aktuelle Auskunft, wenn ich Dein „Profil“ anklicke, Friederike.

    Vielleicht, dass man sie wahrnimmt und nicht nur als Projektionsfläche der eigenen Gefühle benutzt?

    In diesem Satz zeigt sich das Dilemma der romantischen Liebe, die nicht quantifizierbar ist und damit nicht dosierbar. Das geliebte Wesen würde seine Exklusivität verlieren, wäre die Liebe zu ihm ausgewiesen als befristet oder in ihrer Intensität schwankend oder an Bedingungen geknüpft usw. Diese romantische Liebe verträgt keinen Realismus des Maßvollen. Sie findet deshalb ihren Ausdruck in der Poesie, in der Musik, in der Kunst, also in Formen, die Unendlichkeit verarbeiten können oder auch in der Religion ("Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen."). Bei der katholischen Ehe spendet nicht der Priester den Brautleuten das Sakrament der Ehe, sondern diese spenden es sich gegenseitig, d.h. sie geben sich ein Versprechen, das sie nicht am Realismus seiner Einlösung bemessen können.

    Karajan hatte 1967 die Osterfestspiele Salzburg ins Leben gerufen. Und nun - nachdem sie 13 Jahre auf dem Festival in Baden-Baden gespielt hatten, das zeitgleich stattfindet - kehren die Berliner Philharmoniker zurück nach Salzburg. Wie schön.

    1966, ein Jahr vor Karajan und den Berliner Philharmonikern, war ich übrigens in Salzburg. Ich kehre nicht zurück. Wie schön. :)

    Du Spaßvogel! Dat dat mit dem Eierkopp und Pantöffellinchen nich' geklappt hat, wissen wir ja nun zur Genüge. Der Grund dafür ist mMn zu viel Theorie und zu wenig Praxis. Singen hätt' der Eierkopp seine schönen Zeilen unter Pantöffellinchens Balkon ;)

    Wenn man es vom Ende her betrachtet, kann man - vom schlauen Standpunkt des späten Betrachters aus - wissen, daß Flauberts Liebe zu Louise elf Jahre nicht überdauert hat. Ja, das ist wohl wahr. Es ist einfach, sich diesen Standpunkt zu eigen zu machen.

    Was heißt eigentlich "zur Genüge"?

    Nein, es ist der Kontrast von Schwere und Leichtigkeit, von Kontrolle und Loslassen, der mir in meiner „Inszenierung“ vorschwebt ;)

    Ah, verstehe. Meisterhaft inszeniert hat diesen Kontrast ja eigentlich Stanley Kubrick in „Odyssee im Weltraum“. Der Film beginnt mit Richard Strauss´ pompösen Klängen aus Also sprach Zarathustra und dem schließt sich als Kontrast der Donauwalzer von Johann Strauss an. Der Weltraum tanzt und das Riesenrad aus dem Prater dreht sich dazu:

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    „Ihren Augen entströmte ein leuchtendes Fluidum, das sie größer zu machen schien; sie waren reglos und starr. Ihre nackten Schultern (denn sie war ohne Busentuch, und ihr Kleid schien sie locker zu umgeben), ihre nackten Schultern waren von blassem Purpur, glatt und fest wie goldgetönter Marmor. Blaue Adern durchzogen das glühende Fleisch. Ihr wogender Busen hob und senkte sich von verhaltenem schweren Atmen, das mir die Brust schwellte. Ein Jahrhundert hielt das an. Die ganze Welt war verschwunden.“ (Flaubert; L´Education sentimentale von 1845)

    In dieser ersten Fassung der L´Education sentimentale von 1845 ist die Hauptfigur Jules noch stärker mit Flauberts eigenem Leben verbunden als in der Fassung von 1869; und Flaubert schickt diese Passage auch an Louise Colet in seinem Brief v. 11. August 1846, der mit dem Satz beginnt: „Du würdest einem Toten Liebe einflößen.“ Er endet mit „Ich führe ein Traumleben in den Falten Deines Kleides, auf den Spitzen Deiner leichten Locken.“

    Das Ideal der romantischen Liebe ist eigentlich in den Briefen des realistischen Schriftstellers Gustave Flaubert an Louise Colet perfekt ausformuliert. Er verklärt Louise, zelebriert seine Liebe zu ihren „braunen Pantöffelchen“, ihren Locken, die er wie Reliquien in einer Schublade seines Sekretärs aufbewahrt. In der katholischen Marienverehrung findet sich Vergleichbares. Maria geht - schwanger mit ihrem Kind - durch einen Dornwald: „Da haben die Dornen Rosen getragen.“ - Vom geliebten Wesen aus greift dessen Aura über auf seine Umgebung, auf alles, was es berührt, auf alles, was es streift. Profane Gegenstände wie Louises Pantöffelchen werden gleichsam sakralisiert, während die eigene Existenz dahinter verschwindet: Flaubert „führt ein Traumleben in den Falten [ihres] Kleides“.

    Könnte sich eine Frau mehr wünschen? :)