τοιαῦτα καὶ τοσαῦτα παρέσχοντο ἀφομοιωθέντα ἐντὸς ἔξω τε ἐγερθεῖσιν ἀπομνημονευόμενα φαντάσματα. (Plat.; Tim. 46a)
Im Timaios geht's um's Ganze, um die Erschaffung der Welt, des Menschen, seine Glieder, Sinne und ähnliche "Werkzeuge". Besondere Bedeutung kommt dabei den Augen zu und dem Sehen. Die Sehkraft trifft dabei von innen auf das, was von außen einströmt. Entscheidend ist hier das Element des Feuers, das Helle erzeugt. Doch was geschieht damit in der Nacht? - Das Feuer erlischt und die inneren Bewegungen erzeugen "Bilder im Innern, die dem Erwachten als außen im Gedächtnis bleiben".
Die φαντάσματα bringt Platon dann mit der "Bildererzeugung" in den Spiegeln (εἰδωλοποιίαν) in Zusammenhang: "Nun ist es auch nicht mehr schwer, alles das zu begreifen, was auf die Bildererzeugung in den Spiegeln und allem Glatten und Glänzenden sich bezieht; denn aus der gegenseitigen Vereinigung des inneren und äußeren Feuers und indem ferner beides stets an der glatten Fläche zu einem und vielfach gebrochen wird, erfolgen notwendig diese Erscheinungen (ἀνάγκης ἐμφαίνεται), da das vom Gegenstande ausgehende Feuer mit dem des Sehstrahls an der Fläche des Glänzenden und Glatten sich vermischt." (Tim. 46a/b)
Vielleicht ist dies eine der frühesten Stellen, in denen das Träumen eine Verbindung eingeht mit dem Spiegelphänomen - der Traum in seiner Funktion als Spiegel (der Seele), der in archaischer Zeit vor allem eine Botschaft der Götter war und Divination ermöglichte und Deutung verlangte.