Der Fuchs und die zwei Gesandten

  • "Ich fragte eine Blume, einen Vogel und einen Menschen, was die Liebe sei, und die Blume blühte, der Vogel sang und der Mensch weinte." (Margarete Stege)

    Hinc illae lacrimae (Terenz)

    Sind Tränen ein Kommunikationsmittel? - Zumindest signalisieren sie etwas, aber dieses Etwas bleibt für die Kommunikation unzugänglich - so wie auch das Blühen der Blume, der Gesang des Vogels zwar wahrgenommen werden können, aber auf immer mit einem Geheimnis verbunden bleiben. Der Satz von Margarete Stege greift zum Ausdrucksmittel der Poesie, er gibt "Winke" auf dieses Geheimnis. Er zeigt auf Invisibles, das sich zeigt. In der Kunstgeschichte läuft dies unter dem Titel der Anamorphose, wofür beispielhaft das Bild Die Gesandten (1533) von Hans Holbein d.J. steht:


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    Zunächst für den Beobachter nicht erkennbar befindet sich auf dem Fußboden ein undefinierbares Objekt, das sich erst durch Änderung der Beobachterposition als Totenschädel erweist. Das Erkennen setzt die Mobilität des Betrachters voraus oder systemtheoretisch das crossing der einen Seite einer Unterscheidung.

    "Woher weiß das Bewußtsein, daß es ein Bewußtsein ist? - Es ist ihm gesagt worden." (Peter Fuchs) Von wem?

  • „Dich gibt es nicht,“ sagte Kippenbeck zu Gott.
    „So? Und warum nicht?“
    „Ein Gott würde nie zulassen, was hier auf der Erde geschieht.“
    Gott lachte. „Es ist euer Spiel. Ich schaue nur zu.“
    “So wie beim Eishockey?“
    „Mhm, so ungefähr. Vielleicht denke ich mir neue Spielregeln aus - aber ihr haltet euch ja doch nicht dran. Die Bibel war schon ganz gut, oder?“
    „Dich gibt es nicht,“ sagte Kippenbeck. Da verwandelte Gott ihn in einen Maulwurf - der nur hell und dunkel unterscheiden kann - und setzte ihn in ein Kino. Das Licht ging aus, gezeigt wurde Batman, Teil III. Aber das wußte der Maulwurf nicht: Er sah nur helle und dunkle Flächen, die zuckten und tanzten, miteinander verschmolzen und sich wieder trennten.
    „Das ist ja phantastisch!“ rief der Maulwurf. „Ja, jetzt glaube ich, daß es dich gibt!“
    Gott lachte.

    (Kippenbeck und das Kino; in: Ente. Schülerzeitung des Theodor-Mommsen-Gymnasiums zu Bad Oldesloe, 1997; S. 45)

  • Es gibt in Die Schrift und die Differenz von Jacques Derrida eine Stelle, in der es heißt, es gäbe keine „textfreie“ Psyche (S. 306). Das Bewußtsein ist nicht frei von Kommunikation zu haben. „Es ist selbstbezeichnungsfähig in der Form einer méconnaissance, einer primordialen (unauflöslichen) Verirrung. Oder nicht?“ (Peter Fuchs; Das Unbewußte in Psychoanalyse und Systemtheorie. Die Herrschaft der Verlautbarung und die Erreichbarkeit des Bewußtseins; S. 26f)

    Nach systemtheoretischem Duktus heißt das, die Unterscheidung von Kommunikation und Bewußtsein kommt doppelt vor, nämlich erneut auf der Innenseite des Bewußtseins. Und die Unterscheidung von Kommunikation und Bewußtsein, kann ebenfalls auf der Seite der Kommunikation unterschieden werden. Das Bewußtsein entdeckt sich sozusagen an dieser Konstruktion; es kann sich durch das Kreuzen beider Seiten der internen Unterscheidung selbst bemerken.

  • Luhmanns Systemtheorie und

    das literaturschaffende Subjekt ... "Man weicht der Welt nicht sicherer aus als durch die Kunst, und man verknüpft sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst.' (Goethe) Ein wundervoller Satz. Einsamkeit und Sozialität gelangen darin zu einer Versöhnung". T. Mann, 1990 Werke X, S. 775

    "Wenn Ihr Schlimmes erfahren habt weger Eurer Schwäche, so legt den Göttern nicht die Schuld daran zur Last. Denn Ihr selbst habt diese Leute groß werden lassen, indem Ihr ihnen die Macht gegeben habt und deswegen seid Ihr schimpflicher Knechtschaft verfallen." Solon /


    Sedulo curavi humanas actiones non ridere, non lugere neque detestari, sed intelligere. Spinoza, Tractatus politicus 1,4

  • Luhmanns Systemtheorie und

    das literaturschaffende Subjekt ... "Man weicht der Welt nicht sicherer aus als durch die Kunst, und man verknüpft sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst.' (Goethe) Ein wundervoller Satz. Einsamkeit und Sozialität gelangen darin zu einer Versöhnung". T. Mann, 1990 Werke X, S. 775

    Ja, da hat man die Paradoxie der Beobachtung der Welt durch Kunst in einer Weimarer Version. :):thumbup:

  • Nach systemtheoretischem Duktus heißt das, die Unterscheidung von Kommunikation und Bewußtsein kommt doppelt vor, nämlich erneut auf der Innenseite des Bewußtseins. Und die Unterscheidung von Kommunikation und Bewußtsein, kann ebenfalls auf der Seite der Kommunikation unterschieden werden. Das Bewußtsein entdeckt sich sozusagen an dieser Konstruktion; es kann sich durch das Kreuzen beider Seiten der internen Unterscheidung selbst bemerken.

    Die Innenseite, die es mit der Kommunikation dieser Systemtheorie nicht gibt, die also gefüllt wird mit dem Inhalt was wirklich anzusehen ist, etwa den des Bewusstseins des Literaturschaffenden Subjektes mit deren Unterscheidung von Kommunikation und Bewusstsein. Unterscheidung, die diesem Bewusstsein vorbehalten bleibt, denn diesen Inhalt, das künstlerisch Geschaffene dieses Subjektes, gibt deren Außenseite, die Kommunikation dieser Systemtheorie nicht her.

    Ist dieses Subjekt das der klassischen aristotelischen zweiwertigen Logik, ist deren künstlerisch gestaltete Innenseite, also die der Kommunikations-Außenseite einer mehrwertigen Logik, wird dieses Subjekt mit seinen Innenwelt-Inhalt, diesen seinem Formbegriff die mehrwertige Logik nicht abbilden können, wird dieses Subjekt seine Grenze, seine Begrenzung erfahren, eben mit seiner Außenwelt-Mehrwertigkeit der Luhmannschen Systemtheorie mit der Bezugnahme auf Günthers Theorie der Polykontexturalität unterlegen bleiben?

    "Wenn Ihr Schlimmes erfahren habt weger Eurer Schwäche, so legt den Göttern nicht die Schuld daran zur Last. Denn Ihr selbst habt diese Leute groß werden lassen, indem Ihr ihnen die Macht gegeben habt und deswegen seid Ihr schimpflicher Knechtschaft verfallen." Solon /


    Sedulo curavi humanas actiones non ridere, non lugere neque detestari, sed intelligere. Spinoza, Tractatus politicus 1,4

  • Das Bewusstsein sagt dem Bewusstsein, dass es Bewusstsein ist ohne das dies dem Bewusstsein bewusst ist, weil es dies schon immer wusste.

    “Bewusstsein, ein Flüstern in der Ewigkeit,
    ein Wissen, das die Zeit durchschreitet, uns stets begleitet,
    und uns in seiner Stille leitet.
    Bewusstsein, unbewusst doch tief verankert,
    in jedem Sein, in jedem Dank.”

    (With a little help by Miss Chattie)

  • Hinc illae lacrimae (Terenz)

    “Wer nennt denn seinen Sohnemann ‘Pamphilus’ “, mag man sich zunächst fragen. Heute fällt einem dazu nur das Wort “Pamphlet” ein. Der Name "Pamphilus" aber leitet sich etymologisch aus dem Griechischen ab und bedeutet "von allen geliebt" oder "allgeliebt". Plötzlich fragt man sich, warum heute keiner mehr “Pamphilus” heißt ;)

    Pamphilus will aber nicht von allen geliebt werden, sondern nur von einer und zwar von der einen schönen Nachbarstochter. Für den einen kurzen Moment einer unschuldigen, tröstenden Umarmung, tut er alles. Dieser kurze erhoffte Körperkontakt ist für ihn Erlösung und Paradies in einem. Es lebe Pamphilus ;)

    Edited once, last by Meister (July 25, 2025 at 6:56 AM).

  • Das Bewusstsein sagt dem Bewusstsein, dass es Bewusstsein ist ohne das dies dem Bewusstsein bewusst ist, weil es dies schon immer wusste.

    “Bewusstsein, ein Flüstern in der Ewigkeit,
    ein Wissen, das die Zeit durchschreitet, uns stets begleitet,
    und uns in seiner Stille leitet.
    Bewusstsein, unbewusst doch tief verankert,
    in jedem Sein, in jedem Dank.”

    (With a little help by Miss Chattie)

    Ich hab´zu später Stunde mal das Verbum Sagen hervorgehoben. Es bedeutet: Kommunikation ist im Spiel. Das ist eigentlich das Entscheidende.

  • Ja, da hat man die Paradoxie der Beobachtung der Welt durch Kunst in einer Weimarer Version. :) :thumbup:

    "All die Wirklichkeit, die mich umringte, / War sie aus Traum nicht eher entsprungen denn aus dem Leben /" (T. Mann, VIII, S.1070)

    Bleibt dieses Subjekt dieser Systemtheorie sowohl wie auch unterlegen-überlegen, wird dieses mitsamt seiner Einrichtung in seiner künstlerischen Ich-Innen-Selberschaffung, eben bezüglich seiner angenommenen Paradoxie-Außenwelt der Systemtheorie-Mehrwertigkeit, seine ständige Grenz-Bestätigung als die Kreativität erfahren, mit der es sich weigert das objektive Subjekt, Ich zu werden, dem ein objektives Subjekt, Du entgegensteht.

    Es ist ein Subjekt einer konservativen Unternehmung einer künstlerischen Ich-Gewissheit eines Ausnahmezustandes als das Resultat einer speziell-gepflegten Ich-Kultur lokaler Abgeschlossenheit, deren Grenzsetzung nicht überschreitend ist; Günthers Reflexion der mehrwertigen nachklassischen Maschinen-Logik-Offenheit global-objektiver Komponenten der Kommunikation des objektiven Subjekts nicht erreichend, deren transkulturelle Welt-Sozialität nicht erlebend.

    Es ist das Subjekt eines künstlerischen Ausnahmezustandes der Luhmannschen Systemtheorie, dass, wie auch das ebenfalls in der zweiwertigen Logik verbleibende Subjekt der Habermas-Unternehmung - Spiegelbild-Unternehmungen - , die, eben nach Günthers Umwertungsprojekt verfehlen der unangetastet bleibenden "inneren Evidenz" techno-logischen Ausdruck zu geben.

    Eine Konservative und eine dieser entsprechende linke Kreativ-Paradoxie-Unternehmung, die diesen Ausdruck-Kommunikations-Umwertungsprojekt einer "rationalen Beherrschbarkeit" nicht folgen d. h. dem objektiven Mechanismus der nachklassischen Maschine, der Kybernetik ... der sogenannten Künstlichen Intelligenz, so kommunikativen Ausdruck zu geben, mit dem global gilt: "Logische Präzision statt innerer Evidenz!" (1963, S. 35)

    Dieser KI-Präzisions-Mechanismus-Kommunikations-Ausdruck der nachklassischen Maschine, der sogenannten künstlichen Intelligenz, wird zunehmend der objektivierte funktionale Kommunikations-Ausdruck einer sich nachklassisch gebenden Aufklärung Europas. Beispielsweise mit Rortys neo-pragmatischen substanzlosen Panrelationalismus im Rahmen der globalen Demokratie vor der klassischen Aufklärungsphilosophie Europas.

    Ein neo-pragmatischer Kommunikation-Widergang der technologisch-funktionalen Zerstörung im Rahmen der globalen Demokratie, der nicht nur zerstört die Sprache des Subjektes der Tiefe Europas, beispielsweise der Konservativ-künstlerischen Kreativität der "inneren Evidenz", sondern auch (!) zerstört das Subjekt des Güntherschen Techno-Logik-Europa-Umwertungsprojektes, das konservativ-revolutionär ist.

    "Wenn Ihr Schlimmes erfahren habt weger Eurer Schwäche, so legt den Göttern nicht die Schuld daran zur Last. Denn Ihr selbst habt diese Leute groß werden lassen, indem Ihr ihnen die Macht gegeben habt und deswegen seid Ihr schimpflicher Knechtschaft verfallen." Solon /


    Sedulo curavi humanas actiones non ridere, non lugere neque detestari, sed intelligere. Spinoza, Tractatus politicus 1,4

    Edited 6 times, last by rue (July 25, 2025 at 11:57 AM).

  • "All die Wirklichkeit, die mich umringte, / War sie aus Traum nicht eher entsprungen denn aus dem Leben /" (T. Mann, VIII, S.1070)

    (…)

    Dieser KI-Präzisions-Mechanismus-Kommunikations-Ausdruck der nachklassischen Maschine, der sogenannten künstlichen Intelligenz, wird zunehmend der objektivierte funktionale Kommunikations-Ausdruck einer sich nachklassisch gebenden Aufklärung Europas. Beispielsweise mit Rortys neo-pragmatischen substanzlosen Panrelationalismus im Rahmen der globalen Demokratie vor der klassischen Aufklärungsphilosophie Europas.

    Ein neo-pragmatischer Kommunikation-Widergang der technologisch-funktionalen Zerstörung im Rahmen der globalen Demokratie, der nicht nur zerstört die Sprache des Subjektes der Tiefe Europas, beispielsweise der Konservativ-künstlerischen Kreativität der "inneren Evidenz", sondern auch (!) zerstört das Subjekt des Güntherschen Techno-Logik-Europa-Umwertungsprojektes, das konservativ-revolutionär ist.

    Ich denke auch, daß u.a. die generative KI, die zunehmend in Kommunikation interveniert, Konzepte wie „Aufklärung Europas“ mit dem „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ oder überhaupt Vernunft als Leitidee gesellschaftlichen „Fortschritts“ u.ä. obsolet werden läßt. Man kann versuchen, vorsichtig abzuschätzen, was das für die Theorie der Gesellschaft bedeutet, die ihrerseits möglicherweise dadurch zu anderen Selbstbeschreibungen und Selbstbeobachtungen kommen wird. Und das wird natürlich von den Funktionssystemen der Gesellschaft beobachtet werden. Das betrifft beispielsweise das System Recht (Probleme der Urheberschaft), das System Politik (Überwachung), das System Wirtschaft (Eingreifen der KI in Produktionsabläufe), das System Pflege und Gesundheit, das System Erziehung (Ablösung des humanistischen Bildungsideals) und eben auch das System Kunst.

    Die „Nächste Gesellschaft“ (Dirk Baecker) kündigt sich an. Und wie immer bleibt der Mensch ein „Eckensteher“, der all das weder aufhalten noch beschleunigen noch steuern kann. Thomas Mann hast Du erwähnt. Ich habe in den letzten Wochen ein wenig in seinen Tagebüchern gelesen. Geplant ist für den August die diesjährige Georg-Büchner-Preistägerin Ursula Krechel.

  • Die Paradoxie des Beobachtens ist im Zusammenhang mit der Systemtheorie schon oft angesprochen worden. Bislang ging es dabei immer um Fremdreferenz. Ein Beobachter trifft eine Unterscheidung und entfaltet das Paradox der Einheit der Unterscheidung (die Verschiedenheit desselben), invisibilisiert es in der Sozialdimension (durch Verteilung auf mehrere Beobachtungsinstanzen), in der Sach- und Zeitdimension (durch Einziehen einer Metaebene) usw.

    Im Fall von Selbstreferenz ist dies nicht anders. Das Bewußtsein hat keinen Zugriff auf seine eigene Totalität. Es kann sich nicht als Einheit beobachten. Es hat ein Kapazitätslimit und muß, um nicht zu überhitzen, vergessen. „Der Selbstzugang des Menschen ist fundamental blockiert.“ (Peter Fuchs; Das Unbewußte in Psychoanalyse und Systemtheorie; S. 40f) Ein Geisterschiff auf einem wogenden Ozean von Träumen, Fehlleistungen, Affekten, Zwangserscheinungen, Triebrepräsentanzen, Triebverzichten … Wir wissen weder wie es zu dieser Schiffspassage kam noch wann ein Landgang kommt. Wir sind nicht „Herr im eigenen Haus“ (Freud). Das Bewußtsein ist „lückenkonfiguriert“ (Fuchs). Wie kann es sich überhaupt beobachten, wenn es sich schon nicht als ein EINS beobachten läßt? - Durch Unterscheidung. Welche Unterscheidung? - Die Unterscheidung von Freud ist verblüffend: durch Unterscheidung vom Unbewußten.

    • Official Post

    :thumbup: Bewußtes und Unbewußtes als zwei getrennte Systeme zu denken, fühlt sich gut an. Sie spielen nach eigenen Regeln und doch musizieren Sie gelegentlich gemeinsam

    Dann könnte das Unbewusste aber nur das sein, was zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen liegt.

    Die Welt ist strukturiert und von uns unabhängig, und diese Struktur schließt Bewusstsein als realen Aspekt ein — auch wenn wir die Brücke zwischen beidem noch nicht kennen.

  • :thumbup: Bewußtes und Unbewußtes als zwei getrennte Systeme zu denken, fühlt sich gut an. Sie spielen nach eigenen Regeln und doch musizieren Sie gelegentlich gemeinsam

    Du hast die Traumdeutung von Freud gelesen, Meister :thumbup:

    „Wir stellen uns den seelischen Apparat vor als ein zusammengesetztes Instrument, dessen Bestandteile wir Instanzen oder der Anschaulichkeit zuliebe Systeme heißen wollen.“ (Freud; Die Traumdeutung; in: Gesammelte Werke II; S. 542)

  • Im Fall von Selbstreferenz ist dies nicht anders. Das Bewußtsein hat keinen Zugriff auf seine eigene Totalität. Es kann sich nicht als Einheit beobachten. Es hat ein Kapazitätslimit und muß, um nicht zu überhitzen, vergessen.

    Eine Selbstzugang-Blockierung der Evidenz des Innen als die Versicherung des literaturschaffenden Subjektes, dass sein Unbewusstes der Pol seiner künstlerischen Kreativität, des Bewusstseins seiner Außenwelt, die der Luhmannschen Mehrwertigkeit der Kommunikation der Systemtheorie, ist. Die Einheit einer Unbewusst-Bewusst-Kreativ-Konstellation der Sprache einer zweiwertigen Logik, die eine der besagten Systemtheorie der mehrwertigen (... auch Kybernetik ... KI-Technologie-Mechanismus gesteuerten) Kommunikation-Gesellschaft ist. Eine auch ... KI-gesteuerte Kommunikation-Gesellschaft, deren Wirtschaft...Mechanismus bezüglich dieser Innen-Totalität-Konstellation des Subjektes der zweiwertigen Logik, weder den Subjekt-Schöpfungsrhythmus noch sein Vergessen kennt, diesen unangetastet lässt, diesbezüglich blind, also nicht schöpferisch ist, daher auch nicht vergessen kann.

    "Wenn Ihr Schlimmes erfahren habt weger Eurer Schwäche, so legt den Göttern nicht die Schuld daran zur Last. Denn Ihr selbst habt diese Leute groß werden lassen, indem Ihr ihnen die Macht gegeben habt und deswegen seid Ihr schimpflicher Knechtschaft verfallen." Solon /


    Sedulo curavi humanas actiones non ridere, non lugere neque detestari, sed intelligere. Spinoza, Tractatus politicus 1,4

    Edited 3 times, last by rue (July 25, 2025 at 6:25 PM).

  • Dann könnte das Unbewusste aber nur das sein, was zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen liegt.

    Ausgearbeitet hat diese Topologie des Zwischen und Unter Jacques Lacan. Da geht es u.a. um das "Unter-sagte" (inter-dit), die "Zwischen-rede" (intra-dit), die "Zwie-tracht" usw. Die Konstitution des Lacan 'schen Subjekts ist gebunden an das Sprechen jenseits des Bewußtseins. Das cartesianische cogito erfährt eine Fissur, einen Riss, eine primordiale Spaltung: "... ich denke, wo ich nicht bin, also bin ich, wo ich nicht denke. Worte, die jedem frei aufmerksamen Ohr spürbar machen, mit welcher Wieselambiguität der Ring des Sinns auf der verbalen Schnur unserem Zugriff entflieht. Man muß sagen: ich bin nicht da, wo ich das Spielzeug meines Denkens bin; ich denke an das, was ich bin, dort wo ich nicht denke zu denken." (Jacques Lacan; Schriften II; S. 43)

    "Wieselambiguität" :/ Vielleicht vergleichbar dem Oszillieren zwischen den zwei Seiten einer Unterscheidung ... Dabei kann sich das immer an Zeit gebundene Ereignis der Operation namens Beobachtung nicht selbst beobachten. "Die Operation hält sich nicht lange genug in der Welt auf, um ein Echo seiner selbst aufzeichnen zu können. Sie geschieht und vergeht. Und ebendeshalb kommt ihr an ihrer Zeitstelle keine Identität zu. Sie ist selbstblind, ohne jeden Hauch von Selbstzugang, in dieser Hinsicht absolut nicht autonom und absolut ohne Gedächtnis." (Peter Fuchs; Das Unbewusste in Psychoanalyse und Systemtheorie; S. 117)

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