Organisation und Abstimmung ("Philosophie der symbolischen Formen")

  • Nun hat dieser "Aspekte"-Thread ja durch seine Verweisungen auf Kant u.a. eine gewisse Abstraktheit angenommen, die ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlt. Wir könnten, bevor wir uns in die Philosophie der symbolischen Formen weiter eingraben, in der Betrachtungsweise noch mal einen Schritt zurückgehen und das Ganze in einem allgemeinen Sinne angehen, der weniger die spezifischen Eigenheiten des Textes als seine grundsätzlichen Intentionen im Blick behält.

    Dazu könnten wir einen eigenen Thread anlegen, der sich darum bemüht, die Hemmschwellen, sich mit Cassirers Philosophie zu befassen, abzubauen.

  • Wir könnten, bevor wir uns in die Philosophie der symbolischen Formen weiter eingraben, in der Betrachtungsweise noch mal einen Schritt zurückgehen und das Ganze in einem allgemeinen Sinne angehen, der weniger die spezifischen Eigenheiten des Textes als seine grundsätzlichen Intentionen im Blick behält.

    Guter Vorschlag!

    Eine der Intentionen ist es ja, den "Alleingeltungsanspruch" des Naturalismus was Fragestellungen zu Mensch und Welt betrifft zu problematisieren, wie du es ja ansatzweise bereits ausgeführt hast.

    Was sind die sonstigen "grundsätzlichen Intentionen"?

  • das Ganze in einem allgemeinen Sinne angehen, der weniger die spezifischen Eigenheiten des Textes als seine grundsätzlichen Intentionen im Blick behält.

    Der Begriff der symbolischen Formen im Aufbau der Geisteswissenschaften

    Ernst Cassirer; «Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs»; Darmstadt 1956

    «… statt den Mythos als eine einheitliche Bewusstseinsform zu begreifen und zu charakterisieren, suchten sie eine Einheit rein von der gegenständlichen Seite her zu bestimmen.

    … Darin trat mittelbar wieder aufs schärfste hervor, dass die Einheit eines geistigen Gebietes niemals vom Gegenstand her, sondern nur von der Funktion her, die ihm zugrunde liegt, zu bestimmen und zu sichern ist.

    … Es handelt sich darum, den symbolischen Ausdruck, d.h. den Ausdruck eines "Geistigen" durch sinnliche "Zeichen" und "Bilder", in seiner weitesten Bedeutung zu nehmen; es handelt sich um die Frage, ob dieser Ausdrucksform bei aller Verschiedenheit ihrer möglichen Anwendungen ein Prinzip zugrunde liegt, da sie als ein in sich geschlossenes und einheitliches Grundverfahren kennzeichnet.

    … Geschichtlich lässt sich freilich verfolgen, wie der Symbolbegriff zu dieser Weite und Allgemeinheit seiner systematischen Bedeutung nur langsam heranreift. Er wurzelt ursprünglich in der religiösen Sphäre und bleibt in ihr lange Zeit hinaus gebunden.

    … Unter einer "symbolischen Form" soll jede Energie des Geistes verstanden werden, durch welche ein geistiger Bedeutungsgehalt an ein konkretes sinnliches Zeichen geknüpft und diesem Zeichen innerlich zugeordnet wird. In diesem Sinne tritt uns die mythisch-religiöse Welt und die Kunst als je eine besondere symbolische Form entgegen. Denn in ihnen allen prägt sich das Grundphänomen aus, dass unser Bewusstsein sich nicht damit begnügt, den Eindruck des Äusseren zu empfangen, sondern dass es jeden Eindruck mit einer freien Tätigkeit des Ausdrucks verknüpft und durchdringt.

    … Denn das Wort sei niemals ein Abdruck des Gegenstandes ansich, sondern des von diesem in der Seele erzeugten Bildes.

    … Wie lässt sich der Augenblick, der Moment der Zeit festhalten, ohne darin seinen Charakter als zeitliche Augenblick zu verlieren; - wie lässt sich das Einzelne, Hier und Jetzt Gegebene des Bewusstseins, seine besondere Individualität so bestimmen, dass in ihm ein allgemeiner Gehalt, eine geistige "Bedeutung" sichtbar wird?»

    Es ist doch das Beste, Ernst Cassirer selbst zu Worte kommen zu lassen (siehe oben), wenn wir nach seiner Intention zum Schreiben der Philosophie der symbolischen Formen fragen. Ich weiss nicht, ob hiermit jemand anderem auch geholfen ist. Mir jedenfalls gaben diese Sätze Aufschluss über sein Schreibmotiv.

  • Guter Vorschlag!

    Eine der Intentionen ist es ja, den "Alleingeltungsanspruch" des Naturalismus was Fragestellungen zu Mensch und Welt betrifft zu problematisieren, wie du es ja ansatzweise bereits ausgeführt hast.

    Was sind die sonstigen "grundsätzlichen Intentionen"?

    Den „grundsätzlichen Intentionen“ versuchte ich schon auf der <Treppe zum Foyer> möglichst umfassend nachzugehen. Beim Lesen der Vorworte von Ernst Cassirer in Teil 1 und 2 sowie den zugehörigen Einleitungen fühlte ich mich bestärkt auf Platos Dialog Parmenides zurückzugreifen um die Themen Sprache, Kunst und Kultur einander so zuzuordnen, dass sie als <nicht-so wie das Seiende> gelten können. Es würde mich freuen, wenn folgender Beitrag im neuen Betreff Platz finden könnte und kritisiert würde.

    Die Tabelle habe ich aufgrund vieler andern Beiträge am 29.6.2023 revidiert.

    Edited 2 times, last by Alltag (June 29, 2023 at 12:12 PM).

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