Was ist Wissenschaft? Abgrenzung in Hinblick auf wissenschaftliche Forschung, Entwicklung und Anwendung

  • Hallo,

    ich stelle mir die Frage: "Was ist Wissenschaft?" Jedoch nicht in Abgrenzung zum Alltagswissen, Pseudowissenschaften oder Metaphysik sondern im Hinblick auf wissenschaftliche Anwendung, Forschung und Entwicklung.

    Wissenschaftliche Forschung (Grundlagenforschung) scheint mir die eigentliche wissenschaftliche Tätigkeit zu sein (also das womit sich Wissenschaftler wie Newton oder Einstein beschäftigten) (Theorien aufstellen)...

    Unter Entwicklung verstehe ich z. B. einen Ingenieur oder Informatiker der auch auf dem Wissen der Grundlagenforschung aufbaut um daraus z. B. neue Technologien herzustellen.

    Unter wissenschaftliche Anwendung verstehe ich z. B. einen Arzt der nicht in der Forschung aktiv ist, sondern der vorhandene Lösungen anwendet um Menschen zu helfen. Indem er beispielsweise systematisch Daten des Patienten erhebt (durch Gespräche, diverse Tests wie Bluttests, Geräte wie Röntgengeräte oder Kernspintomographen…) aus den so erhobenen Daten anhand von beispielsweise Studien, diejenigen Therapien abgeleitet die die höchste Wahrscheinlichkeit für Erfolg haben.

    Was gehört nun zu Wissenschaft? Die Wissenschaftliche Forschung bestimmt, wie steht es aber mit der wissenschaftlichen Anwendung und Entwicklung?

    Philosophische Richtung: Materialist, Naturalist, Determinist; Atheist, Humanist, Interessens-Utilitarist
    Philosophen: Arthur Schopenhauer, Epikur, Michael Schmidt-Salomon, Peter Singer, Karl Popper, Friedrich Nietzsche

  • Hallo,

    ich stelle mir die Frage: "Was ist Wissenschaft?" Jedoch nicht in Abgrenzung zum Alltagswissen, Pseudowissenschaften oder Metaphysik sondern im Hinblick auf wissenschaftliche Anwendung, Forschung und Entwicklung.

    Wissenschaftliche Forschung (Grundlagenforschung) scheint mir die eigentliche wissenschaftliche Tätigkeit zu sein (also das womit sich Wissenschaftler wie Newton oder Einstein beschäftigten) (Theorien aufstellen)...

    Unter Entwicklung verstehe ich z. B. einen Ingenieur oder Informatiker der auch auf dem Wissen der Grundlagenforschung aufbaut um daraus z. B. neue Technologien herzustellen.

    Unter wissenschaftliche Anwendung verstehe ich z. B. einen Arzt der nicht in der Forschung aktiv ist, sondern der vorhandene Lösungen anwendet um Menschen zu helfen. Indem er beispielsweise systematisch Daten des Patienten erhebt (durch Gespräche, diverse Tests wie Bluttests, Geräte wie Röntgengeräte oder Kernspintomographen…) aus den so erhobenen Daten anhand von beispielsweise Studien, diejenigen Therapien abgeleitet die die höchste Wahrscheinlichkeit für Erfolg haben.

    Was gehört nun zu Wissenschaft? Die Wissenschaftliche Forschung bestimmt, wie steht es aber mit der wissenschaftlichen Anwendung und Entwicklung?

    Philosophische Richtung: Materialist, Naturalist, Determinist; Atheist, Humanist, Interessens-Utilitarist
    Philosophen: Arthur Schopenhauer, Epikur, Michael Schmidt-Salomon, Peter Singer, Karl Popper, Friedrich Nietzsche

  • Hallo,
    das ist super!

    Du unterscheidest weit besser als der mainstream
    und Du bist Dir darüber bewusst,
    daß man bei vorgebrachten Argumenten immer schauen sollte,
    aus welcher Ecke sie kommen,
    bzw. welche Vorstellung von Wissenschaft dahinter steckt

    ich werde Dir jetzt zunächst meine Unterscheidung erzählen
    (bei mir gibt es nämlich vier Gruppen)

    ich stelle mir vor,
    daß sich die Materie seit dem Urknall höher entwickelt
    die Wissenschaften der ersten zwei Gruppen erforschen ihr jeweiliges Materieniveau

    irgendwann in der Reihe taucht der Mensch auf
    und die zugehörige Wissenschaft (Biologie) trennt dann auch die beiden Gruppen voneinander

    • Naturwissenschaften (vom Urknall bis zum Mensch)
    • Geisteswissenschaften (vom Mensch bis zu Gott)

    die beiden anderen Gruppen (3 und 4)
    sind nichts anderes als die technischen Umsetzungen der NW oder der GW

    • Maschinenbau (Gruppe 3) passt zu den Naturwissenschaften (Gruppe 1)
    • Marktforschung (Gruppe 4) passt zu den Geisteswissenschaften (Gruppe 2)

    1 und 2 sind Grundlagenwissenschaften
    3 und 4 sind Verfügungswissenschaften

    damit wirst Du wahrscheinlich halbwegs einverstanden sein

    nun hast Du bei Dir aber noch eine Gruppe 'Anwendung'
    und damit meinst Du vielleicht den Unterschied zwischen
    DIAGNOSE, PROGNOSE und RETROGNOSE

    die Diagnose ist im JETZT (aufgrund einer Definition)
    die Prognose ist im VORHER (als Versuchaufbau oder als angeborene Idee)
    die Retrognose ist im NACHHER (als Messung oder als statistische Auswertung)

    bei mir ist deren Zuordnung klar

    die Grundlagenwissenschaften (1 und 2) machen Diagnosen
    die Verfügungswissenschaften (3 und 4) machen Prognosen/Retrognosen

    Gruß

  • Hallo,
    das ist super!

    Du unterscheidest weit besser als der mainstream
    und Du bist Dir darüber bewusst,
    daß man bei vorgebrachten Argumenten immer schauen sollte,
    aus welcher Ecke sie kommen,
    bzw. welche Vorstellung von Wissenschaft dahinter steckt

    ich werde Dir jetzt zunächst meine Unterscheidung erzählen
    (bei mir gibt es nämlich vier Gruppen)

    ich stelle mir vor,
    daß sich die Materie seit dem Urknall höher entwickelt
    die Wissenschaften der ersten zwei Gruppen erforschen ihr jeweiliges Materieniveau

    irgendwann in der Reihe taucht der Mensch auf
    und die zugehörige Wissenschaft (Biologie) trennt dann auch die beiden Gruppen voneinander

    • Naturwissenschaften (vom Urknall bis zum Mensch)
    • Geisteswissenschaften (vom Mensch bis zu Gott)

    die beiden anderen Gruppen (3 und 4)
    sind nichts anderes als die technischen Umsetzungen der NW oder der GW

    • Maschinenbau (Gruppe 3) passt zu den Naturwissenschaften (Gruppe 1)
    • Marktforschung (Gruppe 4) passt zu den Geisteswissenschaften (Gruppe 2)

    1 und 2 sind Grundlagenwissenschaften
    3 und 4 sind Verfügungswissenschaften

    damit wirst Du wahrscheinlich halbwegs einverstanden sein

    nun hast Du bei Dir aber noch eine Gruppe 'Anwendung'
    und damit meinst Du vielleicht den Unterschied zwischen
    DIAGNOSE, PROGNOSE und RETROGNOSE

    die Diagnose ist im JETZT (aufgrund einer Definition)
    die Prognose ist im VORHER (als Versuchaufbau oder als angeborene Idee)
    die Retrognose ist im NACHHER (als Messung oder als statistische Auswertung)

    bei mir ist deren Zuordnung klar

    die Grundlagenwissenschaften (1 und 2) machen Diagnosen
    die Verfügungswissenschaften (3 und 4) machen Prognosen/Retrognosen

    Gruß

  • Man kann in der Frage, was Wissenschaft sei, eine Antwort finden indem man differenziert so wie in #1 angedacht. Man kann auch definieren was Wissenschaft sei indem man Kriterien nach Bedarf festlegt - Anforderungen stellt.

    Zur Differenzierung: Wissenschaft und Technik/Kultur

    In der Antike gab es noch keinen Kulturbegriff als solchen und man bezeichnete das Nicht-Natürliche als Techné. Also auch solche Dinge wie Kampfkunst. Heute assoziieren wir mit Technik zumeist die technischen Geräte und deren Funktionieren. Kultur als dem Menschen angedachte Techné. Und danach lassen sich auch die wissenschaftlichen Disziplinen einteilen, wenn man genau hinschaut.

    Zur Definition (normativ): hier lassen sich dann verschiedene (inzwischen zumeist selbst zur Lehre/Theorie gewordene) Kriterien ansetzen, wie Klarheit, Nachvollziehbarkeit, Konsistenz, Falsifizierbarkeit etc.


    Letztendlich bestimmt beides - Differenzierung und Definition - darüber, was wir unter Wissenschaft verstehen.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Man kann in der Frage, was Wissenschaft sei, eine Antwort finden indem man differenziert so wie in #1 angedacht. Man kann auch definieren was Wissenschaft sei indem man Kriterien nach Bedarf festlegt - Anforderungen stellt.

    Zur Differenzierung: Wissenschaft und Technik/Kultur

    In der Antike gab es noch keinen Kulturbegriff als solchen und man bezeichnete das Nicht-Natürliche als Techné. Also auch solche Dinge wie Kampfkunst. Heute assoziieren wir mit Technik zumeist die technischen Geräte und deren Funktionieren. Kultur als dem Menschen angedachte Techné. Und danach lassen sich auch die wissenschaftlichen Disziplinen einteilen, wenn man genau hinschaut.

    Zur Definition (normativ): hier lassen sich dann verschiedene (inzwischen zumeist selbst zur Lehre/Theorie gewordene) Kriterien ansetzen, wie Klarheit, Nachvollziehbarkeit, Konsistenz, Falsifizierbarkeit etc.


    Letztendlich bestimmt beides - Differenzierung und Definition - darüber, was wir unter Wissenschaft verstehen.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Mir fällt im einleitenden Beitrag auf, daß Du unter "Wissenschaft" anscheinend nur das, was allgemein den Naturwissenschaften zugeordnet wird, verstehst. Zumindest sind Deine Beispiele für den Anwendungsbereich der Technik- und Naturwissenschaft entnommen. Was ist mit den sogenannten Geisteswissenschaften und ihrer Anwendungspraxis? Ist es nur ein Zufall @IDG oder ist es Absicht? Falls letzteres zutrifft, warum schließt Du die Geisteswissenschaften aus?

  • Mir fällt im einleitenden Beitrag auf, daß Du unter "Wissenschaft" anscheinend nur das, was allgemein den Naturwissenschaften zugeordnet wird, verstehst. Zumindest sind Deine Beispiele für den Anwendungsbereich der Technik- und Naturwissenschaft entnommen. Was ist mit den sogenannten Geisteswissenschaften und ihrer Anwendungspraxis? Ist es nur ein Zufall @IDG oder ist es Absicht? Falls letzteres zutrifft, warum schließt Du die Geisteswissenschaften aus?

  • Was gehört nun zu Wissenschaft? Die Wissenschaftliche Forschung bestimmt, wie steht es aber mit der wissenschaftlichen Anwendung und Entwicklung?

    Im Mittelpunkt steht hierbei der Mensch. Sowohl als theoretischer Schaffer von Wissenschaft als auch als Nutzer, als auch als Verifikator (Richter). Geschieht alles im Einklang, kann Wissenschaft erfolgreich funktionieren. Kommen jedoch einzelne Wissenschaftszweige in ihrer Anwendung in Konflikt (etwa Ökologie und Chemie oder auch Kernphysik und Humanbiologie/Ethik) muss wiederum der Mensch auf theoretischer Seite Ansätze schaffen, dies zu lösen.

    Deine Frage scheint mir aber auch zu implizieren, wie man mit "Unwissenschaftlichem" (etwa Esoterik) umgeht. Lässt sich Esoterik nicht theoretisch und auch nicht anwendungsrelevant in das Gefüge integrieren, muss Esoterik außen vor bleiben. Sie ist dann auf sich allein gestellt.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Was gehört nun zu Wissenschaft? Die Wissenschaftliche Forschung bestimmt, wie steht es aber mit der wissenschaftlichen Anwendung und Entwicklung?

    Im Mittelpunkt steht hierbei der Mensch. Sowohl als theoretischer Schaffer von Wissenschaft als auch als Nutzer, als auch als Verifikator (Richter). Geschieht alles im Einklang, kann Wissenschaft erfolgreich funktionieren. Kommen jedoch einzelne Wissenschaftszweige in ihrer Anwendung in Konflikt (etwa Ökologie und Chemie oder auch Kernphysik und Humanbiologie/Ethik) muss wiederum der Mensch auf theoretischer Seite Ansätze schaffen, dies zu lösen.

    Deine Frage scheint mir aber auch zu implizieren, wie man mit "Unwissenschaftlichem" (etwa Esoterik) umgeht. Lässt sich Esoterik nicht theoretisch und auch nicht anwendungsrelevant in das Gefüge integrieren, muss Esoterik außen vor bleiben. Sie ist dann auf sich allein gestellt.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Deine Frage scheint mir aber auch zu implizieren, wie man mit "Unwissenschaftlichem" (etwa Esoterik) umgeht. Lässt sich Esoterik nicht theoretisch und auch nicht anwendungsrelevant in das Gefüge integrieren, muss Esoterik außen vor bleiben. Sie ist dann auf sich allein gestellt.

    Darauf zielte meine Nachfrage. Ob und wenn ja, welche Implikationen die Fragestellung bereits enthält.

  • Deine Frage scheint mir aber auch zu implizieren, wie man mit "Unwissenschaftlichem" (etwa Esoterik) umgeht. Lässt sich Esoterik nicht theoretisch und auch nicht anwendungsrelevant in das Gefüge integrieren, muss Esoterik außen vor bleiben. Sie ist dann auf sich allein gestellt.

    Darauf zielte meine Nachfrage. Ob und wenn ja, welche Implikationen die Fragestellung bereits enthält.

  • Mir fällt im einleitenden Beitrag auf, daß Du unter "Wissenschaft" anscheinend nur das, was allgemein den Naturwissenschaften zugeordnet wird, verstehst. Zumindest sind Deine Beispiele für den Anwendungsbereich der Technik- und Naturwissenschaft entnommen. Was ist mit den sogenannten Geisteswissenschaften und ihrer Anwendungspraxis? Ist es nur ein Zufall @IDG oder ist es Absicht? Falls letzteres zutrifft, warum schließt Du die Geisteswissenschaften aus?


    Guter Punkt, ich spezifiziere: Unter Wissenschaft verstehe nicht nur die klassischen Naturwissenschaften, sondern auch Geisteswissenschaften, Humanwissenschaften, Agrarwissenschaften, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften ...

    Man kann in der Frage, was Wissenschaft sei, eine Antwort finden indem man differenziert so wie in #1 angedacht. Man kann auch definieren was Wissenschaft sei indem man Kriterien nach Bedarf festlegt - Anforderungen stellt.
    [...]

    Zur Definition (normativ): hier lassen sich dann verschiedene (inzwischen zumeist selbst zur Lehre/Theorie gewordene) Kriterien ansetzen, wie Klarheit, Nachvollziehbarkeit, Konsistenz, Falsifizierbarkeit etc.Letztendlich bestimmt beides - Differenzierung und Definition - darüber, was wir unter Wissenschaft verstehen.


    Ich folge da Prof. Dr. Torsten Wilholt (Youtube Vorlesung zur Wissenschaftstheorie – Das Abgrenzungsproblem): Wilholt verweist auf Michael Ruse: Verschiedenartige Kriterien benutzen

    • -Gesetzartige Regularitäten
    • -Erklärung und Vorhersage
    • -Falsifizierbarkeit
    • -Vorläufigkeit (Thesen sind immer nur vorläufig, bis bessere Thesen diese ersetzen)
    • -Integrität (Quellen angeben)

    Das deckt sich so ungefähr mit dem was du schriebst.


    Beispiel: auf einen Arzt der forscht, lassen sich oben angegebene Kriterien anwenden. Auf einen Arzt der behandelt doch auch. Er gibt Erklärungen und macht Vorhersagen, er stellt anhand eines Befundes eine Theorie zur Behandlung auf die falsifizierbar ist und sieht diese auch in einem gewissen Sinn als vorläufig an, er arbeitet integer. Ähnlich ist es doch auch mit dem Softwareentwickler, der einen Algorithmus entwickelt. Wären nach dieser Definition nicht alle drei Gruppen Wissenschaftler?

    Philosophische Richtung: Materialist, Naturalist, Determinist; Atheist, Humanist, Interessens-Utilitarist
    Philosophen: Arthur Schopenhauer, Epikur, Michael Schmidt-Salomon, Peter Singer, Karl Popper, Friedrich Nietzsche

  • Mir fällt im einleitenden Beitrag auf, daß Du unter "Wissenschaft" anscheinend nur das, was allgemein den Naturwissenschaften zugeordnet wird, verstehst. Zumindest sind Deine Beispiele für den Anwendungsbereich der Technik- und Naturwissenschaft entnommen. Was ist mit den sogenannten Geisteswissenschaften und ihrer Anwendungspraxis? Ist es nur ein Zufall @IDG oder ist es Absicht? Falls letzteres zutrifft, warum schließt Du die Geisteswissenschaften aus?


    Guter Punkt, ich spezifiziere: Unter Wissenschaft verstehe nicht nur die klassischen Naturwissenschaften, sondern auch Geisteswissenschaften, Humanwissenschaften, Agrarwissenschaften, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften ...

    Man kann in der Frage, was Wissenschaft sei, eine Antwort finden indem man differenziert so wie in #1 angedacht. Man kann auch definieren was Wissenschaft sei indem man Kriterien nach Bedarf festlegt - Anforderungen stellt.
    [...]

    Zur Definition (normativ): hier lassen sich dann verschiedene (inzwischen zumeist selbst zur Lehre/Theorie gewordene) Kriterien ansetzen, wie Klarheit, Nachvollziehbarkeit, Konsistenz, Falsifizierbarkeit etc.Letztendlich bestimmt beides - Differenzierung und Definition - darüber, was wir unter Wissenschaft verstehen.


    Ich folge da Prof. Dr. Torsten Wilholt (Youtube Vorlesung zur Wissenschaftstheorie – Das Abgrenzungsproblem): Wilholt verweist auf Michael Ruse: Verschiedenartige Kriterien benutzen

    • -Gesetzartige Regularitäten
    • -Erklärung und Vorhersage
    • -Falsifizierbarkeit
    • -Vorläufigkeit (Thesen sind immer nur vorläufig, bis bessere Thesen diese ersetzen)
    • -Integrität (Quellen angeben)

    Das deckt sich so ungefähr mit dem was du schriebst.


    Beispiel: auf einen Arzt der forscht, lassen sich oben angegebene Kriterien anwenden. Auf einen Arzt der behandelt doch auch. Er gibt Erklärungen und macht Vorhersagen, er stellt anhand eines Befundes eine Theorie zur Behandlung auf die falsifizierbar ist und sieht diese auch in einem gewissen Sinn als vorläufig an, er arbeitet integer. Ähnlich ist es doch auch mit dem Softwareentwickler, der einen Algorithmus entwickelt. Wären nach dieser Definition nicht alle drei Gruppen Wissenschaftler?

    Philosophische Richtung: Materialist, Naturalist, Determinist; Atheist, Humanist, Interessens-Utilitarist
    Philosophen: Arthur Schopenhauer, Epikur, Michael Schmidt-Salomon, Peter Singer, Karl Popper, Friedrich Nietzsche

  • Beispiel: auf einen Arzt der forscht, lassen sich oben angegebene Kriterien anwenden. Auf einen Arzt der behandelt doch auch. Er gibt Erklärungen und macht Vorhersagen, er stellt anhand eines Befundes eine Theorie zur Behandlung auf die falsifizierbar ist und sieht diese auch in einem gewissen Sinn als vorläufig an, er arbeitet integer. Ähnlich ist es doch auch mit dem Softwareentwickler, der einen Algorithmus entwickelt. Wären nach dieser Definition nicht alle drei Gruppen Wissenschaftler?

    Tja, wie gesagt.. und darin scheinen wir ja im Grunde übereinzustimmen.. es kommt eben auf die Kriterienwahl an.

    Bei dem Softwareentwickelr scheint es auch erst einmal wissenschaftlich zu sein, weil er sich auf wissenschaftliche (zumeist allerdings math.) Erkenntnisse stützt. So gesehen wäre auch ein Koch Wissenschaftler, solange er sein empirisch verifiziertes Wissen phantasievoll anwendet.

    Das ist eine gute Frage, inwieweit die Kriterienwahl sinnvoll bleibt.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Beispiel: auf einen Arzt der forscht, lassen sich oben angegebene Kriterien anwenden. Auf einen Arzt der behandelt doch auch. Er gibt Erklärungen und macht Vorhersagen, er stellt anhand eines Befundes eine Theorie zur Behandlung auf die falsifizierbar ist und sieht diese auch in einem gewissen Sinn als vorläufig an, er arbeitet integer. Ähnlich ist es doch auch mit dem Softwareentwickler, der einen Algorithmus entwickelt. Wären nach dieser Definition nicht alle drei Gruppen Wissenschaftler?

    Tja, wie gesagt.. und darin scheinen wir ja im Grunde übereinzustimmen.. es kommt eben auf die Kriterienwahl an.

    Bei dem Softwareentwickelr scheint es auch erst einmal wissenschaftlich zu sein, weil er sich auf wissenschaftliche (zumeist allerdings math.) Erkenntnisse stützt. So gesehen wäre auch ein Koch Wissenschaftler, solange er sein empirisch verifiziertes Wissen phantasievoll anwendet.

    Das ist eine gute Frage, inwieweit die Kriterienwahl sinnvoll bleibt.

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Darauf zielte meine Nachfrage. Ob und wenn ja, welche Implikationen die Fragestellung bereits enthält.

    Wie würde denn deine Antwort aussehen? *neugierig*

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • Darauf zielte meine Nachfrage. Ob und wenn ja, welche Implikationen die Fragestellung bereits enthält.

    Wie würde denn deine Antwort aussehen? *neugierig*

    Es ist gut, ins philosophische Nichts zu springen. Besser ist es, wieder heil nach Hause zu kommen.
    Wenn du die Natur beherrschen willst, mein lieber Adson, musst du zuerst lernen ihr zu gehorchen. (aus Der Name der Rose)
    et cuncta bona erant

  • iselilja, es war lediglich eine Frage zur Vergewisserung. Die hat IDG beantwortet. Wir nehmen erst einmal alle Disziplinen und fragen nach dem Sinn und Zweck, in Theorie, Entwicklung und Anwendung zu unterteilen. Vielleicht kommen wir am Ende dazu, daß eine andere Ordnung richtiger oder besser ist.

  • iselilja, es war lediglich eine Frage zur Vergewisserung. Die hat IDG beantwortet. Wir nehmen erst einmal alle Disziplinen und fragen nach dem Sinn und Zweck, in Theorie, Entwicklung und Anwendung zu unterteilen. Vielleicht kommen wir am Ende dazu, daß eine andere Ordnung richtiger oder besser ist.

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