Ein Stich für Agnostiker?

  • Der Agnostiker mag sagen, er glaube weder daran, dass morgen schönes Wetter sei, noch schlechtes.

    Aber: er glaubt immer noch, dass morgen ein Wetter sei.

  • Der Agnostiker mag sagen, er glaube weder daran, dass morgen schönes Wetter sei, noch schlechtes.

    Aber: er glaubt immer noch, dass morgen ein Wetter sei.

  • Aber: er glaubt immer noch, dass morgen ein Wetter sei.

    Genau.
    Ich glaube dass auch morgen ein Wetter ist.
    Aber ob es einen Gott gibt, kann ich nicht entscheiden.

    Und dass er gerade so ist, wie die Einen sagen (und eben anders als die anderen behaupten), dass kann ich schon gar nicht glauben. Und wenn dann auch doch Übersetzungsfehler ein ganzes Mittelalter irren ließen ... man kann sich nur wundern.

  • Aber: er glaubt immer noch, dass morgen ein Wetter sei.

    Genau.
    Ich glaube dass auch morgen ein Wetter ist.
    Aber ob es einen Gott gibt, kann ich nicht entscheiden.

    Und dass er gerade so ist, wie die Einen sagen (und eben anders als die anderen behaupten), dass kann ich schon gar nicht glauben. Und wenn dann auch doch Übersetzungsfehler ein ganzes Mittelalter irren ließen ... man kann sich nur wundern.

  • Laertes gehört übrigens auch zur Zimmi-Fraktion.

    Theisten verlangt Glauben - und zwar ohne jegliches Wenn und ohne jegliches Aber. Deswegen ist nicht erst ein erklärter Atheist eine theistische Widrigkeit, sondern auch schon ein Agnostiker - also ein nicht erklärter Atheist.

  • Laertes gehört übrigens auch zur Zimmi-Fraktion.

    Theisten verlangt Glauben - und zwar ohne jegliches Wenn und ohne jegliches Aber. Deswegen ist nicht erst ein erklärter Atheist eine theistische Widrigkeit, sondern auch schon ein Agnostiker - also ein nicht erklärter Atheist.

  • Als Agnostiker bemühe ich mich um Neutralität.


    Wie sieht das in der (ethisch-moralischen) Praxis aus? Fußen Deine Werte auf einer Gottesvorstellung oder nicht?

    In dem Maß, in dem unser inneres Leben versagt, gehen wir hartnäckiger und verzweifelter zum Postamt. - Henry David Thoreau

  • Als Agnostiker bemühe ich mich um Neutralität.


    Wie sieht das in der (ethisch-moralischen) Praxis aus? Fußen Deine Werte auf einer Gottesvorstellung oder nicht?

    In dem Maß, in dem unser inneres Leben versagt, gehen wir hartnäckiger und verzweifelter zum Postamt. - Henry David Thoreau

  • Zitat
    Ich glaube dass auch morgen ein Wetter ist.

    Dann bist Du nicht Agnostiker!

    Agnostikertum im religiösen Diskurs, nicht generell.
    Ich kann keinem Gläubigen nachweisen, dass die atheistische Position "intellektuell begründeter" wäre. Daher muss ich "diskurs-technisch" neutral sein, lebe aber das Leben eines "notgedrungenen Schein-Atheisten". Grund: Ich kann nicht nur nicht entscheiden, ob Theisten oder Atheisten irren, ich weiss auch nicht, welche Religion die richtige wäre, falls die Theisten Recht behielten. Es gibt also kein Regelwerk für Agnostiker.


    Haben die Menschen die Bücher geschrieben weil sie an Gott glauben, oder glauben die Menschen wegen der Bücher?

    Da du da jeweils von unterschiedlichen Menschen sprichst: Beides?

    Zitat von »Questione«
    Als Agnostiker bemühe ich mich um Neutralität.


    Wie sieht das in der (ethisch-moralischen) Praxis aus? Fußen Deine Werte auf einer Gottesvorstellung oder nicht?

    Als Agnostiker schliesse ich die "Wahrheit" des Christentums/Islams/Satanismus oder aber die "Nichtexistenz von Göttern und Teufeln" nicht aus. Ich kann zu dieser Frage nur schweigen. Daher kann es aber kein Regelwerk geben, dass für Agnostiker anzuwenden wäre. Wir leben dann notgedrungen atheistisch ohne die Existenz von "irgendeinem Gott" schlüssig bestreiten zu können.

  • Zitat
    Ich glaube dass auch morgen ein Wetter ist.

    Dann bist Du nicht Agnostiker!

    Agnostikertum im religiösen Diskurs, nicht generell.
    Ich kann keinem Gläubigen nachweisen, dass die atheistische Position "intellektuell begründeter" wäre. Daher muss ich "diskurs-technisch" neutral sein, lebe aber das Leben eines "notgedrungenen Schein-Atheisten". Grund: Ich kann nicht nur nicht entscheiden, ob Theisten oder Atheisten irren, ich weiss auch nicht, welche Religion die richtige wäre, falls die Theisten Recht behielten. Es gibt also kein Regelwerk für Agnostiker.


    Haben die Menschen die Bücher geschrieben weil sie an Gott glauben, oder glauben die Menschen wegen der Bücher?

    Da du da jeweils von unterschiedlichen Menschen sprichst: Beides?

    Zitat von »Questione«
    Als Agnostiker bemühe ich mich um Neutralität.


    Wie sieht das in der (ethisch-moralischen) Praxis aus? Fußen Deine Werte auf einer Gottesvorstellung oder nicht?

    Als Agnostiker schliesse ich die "Wahrheit" des Christentums/Islams/Satanismus oder aber die "Nichtexistenz von Göttern und Teufeln" nicht aus. Ich kann zu dieser Frage nur schweigen. Daher kann es aber kein Regelwerk geben, dass für Agnostiker anzuwenden wäre. Wir leben dann notgedrungen atheistisch ohne die Existenz von "irgendeinem Gott" schlüssig bestreiten zu können.

  • Da du da jeweils von unterschiedlichen Menschen sprichst: Beides?

    Hast recht, die Menschen sind unterschiedlich. Da du dich aber auf einen Übersetzungsfehler beziehst, gilt deine Kritik nur einer Glaubensform. Agnostikern dürfte aber ein solcher Glaube kaum ein Stich sein (kann er ja sehen, das es auch die andere Gruppe gibt, und zudem noch eine ganze Reihe anderer Bücher), da sich Agnostizismus nicht auf eine bestimmte Spielart des Glaubens fixieren lässt, oder der Glaube an Gott nicht von Büchern abhängig ist. Beispiel: Ureinwohner Amerikas.
    Die Bahai sind z.B. eine Gruppe, die alle Bücher als fortlaufende Offenbarung erfassen, was bedeutet, das Fehler zwar zu erkennen, aber auch zu vernachlässigen bzw. kein Argument gegen den Glauben sind, weil natürlich für eine nicht abgeschlossene Offenbarung. Demnach ist also jede Religion "die richtige", Bahai aber "richtiger" (inklusiv, nicht exklusiv). *g*

    Als Agnostiker kann man freilich das Christentum kritisieren, was aber keine Kritik an dem Glauben an Gott darstellen muss, sondern lediglich am Niederschlag dieses speziellen Glaubens.

    Es war spät abend als ich ankam.

  • Da du da jeweils von unterschiedlichen Menschen sprichst: Beides?

    Hast recht, die Menschen sind unterschiedlich. Da du dich aber auf einen Übersetzungsfehler beziehst, gilt deine Kritik nur einer Glaubensform. Agnostikern dürfte aber ein solcher Glaube kaum ein Stich sein (kann er ja sehen, das es auch die andere Gruppe gibt, und zudem noch eine ganze Reihe anderer Bücher), da sich Agnostizismus nicht auf eine bestimmte Spielart des Glaubens fixieren lässt, oder der Glaube an Gott nicht von Büchern abhängig ist. Beispiel: Ureinwohner Amerikas.
    Die Bahai sind z.B. eine Gruppe, die alle Bücher als fortlaufende Offenbarung erfassen, was bedeutet, das Fehler zwar zu erkennen, aber auch zu vernachlässigen bzw. kein Argument gegen den Glauben sind, weil natürlich für eine nicht abgeschlossene Offenbarung. Demnach ist also jede Religion "die richtige", Bahai aber "richtiger" (inklusiv, nicht exklusiv). *g*

    Als Agnostiker kann man freilich das Christentum kritisieren, was aber keine Kritik an dem Glauben an Gott darstellen muss, sondern lediglich am Niederschlag dieses speziellen Glaubens.

    Es war spät abend als ich ankam.

  • Da du dich aber auf einen Übersetzungsfehler beziehst, gilt deine Kritik nur einer Glaubensform

    Richtig, deswegen beantwortete ich auch nur deine Frage und gehe dennoch einseitig von status quo aus: Menschen glauben an Hand von Übermittlungen. Da gehen dann zentrale Inhalte verloren, aber geglaubt wird dennoch. Es wirkt dann so gänzlich willkürlich.

    Dein Ureinwohnermodell ist mir daher auch unverständlich.
    Wenn Fehler "egal" wären und man immer "richtig glaubt", dann glaube ich eben ureinwohnermäßig zu Recht "man kann da nicht sinnvoll an Position X glauben und sich widersprechende Aussagen können nicht "beide" richtig sein.) :)

  • Da du dich aber auf einen Übersetzungsfehler beziehst, gilt deine Kritik nur einer Glaubensform

    Richtig, deswegen beantwortete ich auch nur deine Frage und gehe dennoch einseitig von status quo aus: Menschen glauben an Hand von Übermittlungen. Da gehen dann zentrale Inhalte verloren, aber geglaubt wird dennoch. Es wirkt dann so gänzlich willkürlich.

    Dein Ureinwohnermodell ist mir daher auch unverständlich.
    Wenn Fehler "egal" wären und man immer "richtig glaubt", dann glaube ich eben ureinwohnermäßig zu Recht "man kann da nicht sinnvoll an Position X glauben und sich widersprechende Aussagen können nicht "beide" richtig sein.) :)

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