Der Wahn der Körperhaarentfernung

  • Hallo Leute,

    Körperhaare sind ein eben ein Teil unseres Körpers. Trotzdem scheint in den letzten Jahren hier ein Trend sichtbar zu werden, sie rigeneros zu entfernen.

    Beinhaarentfernung:

    Beispiel: Meine Tochter ist wenig behaart, noch dazu ein aschblonder Typ, ihre Körperhaare sind also von Natur aus schon schwer sichtbar. Trotzdem rasiert sie sich jeden dritten Tag 1 1/2 Stunden lang mit einem Nassrasierer die Beine - um dann beim Tragen einer Kurzhose (Panty) erst eine Nylosstumpfhose unter der Kurzhose anzuziehen, damit man eventuelle "Stoppeln" optisch verdeckt.

    Dieses Verhalten ist kein Sonderfall, wie mir meine Mutter berichtet, die in Sichtkontakt mit einer Straßenbahnhaltestelle woohnt, wo man natürlich ganz gut die Leute beobachten kann, ist es unter Jugendlichen total unüblich noch Kurzhosen ohne Nylonsstrumpfhosen darunter anzuziehen. - Eine generelle Körperhaarfeindlichkeit hat eingesetzt. Körperhaarentfernung gehört offenbar bei den jungen ganz vorne dazu bei dem was man unter "gepflegtem Äußeren" versteht. Sie werden nicht mehr als Teil des Körpers empfunden sondern als Auswuchs eines ungepflegten unzivilisierten Außeren.

    Von der Genitalrasur ganz zu schweigen. Hier ist es sozusagen die Rücksicht auf den Partner die hier auch oft genannt wird, man wolle ihm Haare nicht zumuten. Seltener aber doch spielt auch die Hygiene mit eine Rolle dass man sagt beharte Intimstellen seien von Natur aus nicht so sauber zu halten. Auch bei der Rasur von Achselhaaren wird auf die Hygiene und die leichtere Pflege der Schweißzonen verwiesen.

    Mich würde interessieren wie das leibesphänomenologisch aussieht, wenn man Teile seines Körpers einfach "zeittypisch verändert" wenn man zu gewissen Gegebenheiten des Körpers den Bezug verliert sie nicht wahrhaben will, menschliches Ausseres so nachhaltig und mit Akribi verändert.

    Vielleicht bietet ja die Leibesphänomenologie auch einen Ansatzpunkt das mal anders zu sehen? Sich mit dem natürlichen "Willen" des Körpers und seiner Haare etwas anzufreunden, ja vielleicht auch mal zu überlegen, was denn nun so "unästhetisch" an den Haaren ist und warum die nicht sein dürfen.

    Denn eigentlich läuft es doch auf eine Ästhetik hinaus. Achselhaare, Schamhaare, Beinhaare werden in der heutigen Zeit als "nicht schön" empfunden.

    Ich denke da an das Bild "das Pelzchen" von Dürer glaub ich wars, auf dem man seine Geliebte - mit Schambehaarung und teilweise mit einem Fell umhüllt sehen kann. Es soll das einzige Bild gewesen sein, das der Künstler zu lebzeiten als unverkäuflich selbst behalten hat. Und man darf durchaus folgern, dass sich der Name "Das Pelzchen" eben NICHT nur auf das Tierfell bezog.

    In anderen Zeiten dachte man also über Körperhaare offenbar anders, betrachtete sie anders und stand ihnen anders gegenüber.

    Was hat die Leibesphänomenologie heute dazu beizutragen?

    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Hallo Leute,

    Körperhaare sind ein eben ein Teil unseres Körpers. Trotzdem scheint in den letzten Jahren hier ein Trend sichtbar zu werden, sie rigeneros zu entfernen.

    Beinhaarentfernung:

    Beispiel: Meine Tochter ist wenig behaart, noch dazu ein aschblonder Typ, ihre Körperhaare sind also von Natur aus schon schwer sichtbar. Trotzdem rasiert sie sich jeden dritten Tag 1 1/2 Stunden lang mit einem Nassrasierer die Beine - um dann beim Tragen einer Kurzhose (Panty) erst eine Nylosstumpfhose unter der Kurzhose anzuziehen, damit man eventuelle "Stoppeln" optisch verdeckt.

    Dieses Verhalten ist kein Sonderfall, wie mir meine Mutter berichtet, die in Sichtkontakt mit einer Straßenbahnhaltestelle woohnt, wo man natürlich ganz gut die Leute beobachten kann, ist es unter Jugendlichen total unüblich noch Kurzhosen ohne Nylonsstrumpfhosen darunter anzuziehen. - Eine generelle Körperhaarfeindlichkeit hat eingesetzt. Körperhaarentfernung gehört offenbar bei den jungen ganz vorne dazu bei dem was man unter "gepflegtem Äußeren" versteht. Sie werden nicht mehr als Teil des Körpers empfunden sondern als Auswuchs eines ungepflegten unzivilisierten Außeren.

    Von der Genitalrasur ganz zu schweigen. Hier ist es sozusagen die Rücksicht auf den Partner die hier auch oft genannt wird, man wolle ihm Haare nicht zumuten. Seltener aber doch spielt auch die Hygiene mit eine Rolle dass man sagt beharte Intimstellen seien von Natur aus nicht so sauber zu halten. Auch bei der Rasur von Achselhaaren wird auf die Hygiene und die leichtere Pflege der Schweißzonen verwiesen.

    Mich würde interessieren wie das leibesphänomenologisch aussieht, wenn man Teile seines Körpers einfach "zeittypisch verändert" wenn man zu gewissen Gegebenheiten des Körpers den Bezug verliert sie nicht wahrhaben will, menschliches Ausseres so nachhaltig und mit Akribi verändert.

    Vielleicht bietet ja die Leibesphänomenologie auch einen Ansatzpunkt das mal anders zu sehen? Sich mit dem natürlichen "Willen" des Körpers und seiner Haare etwas anzufreunden, ja vielleicht auch mal zu überlegen, was denn nun so "unästhetisch" an den Haaren ist und warum die nicht sein dürfen.

    Denn eigentlich läuft es doch auf eine Ästhetik hinaus. Achselhaare, Schamhaare, Beinhaare werden in der heutigen Zeit als "nicht schön" empfunden.

    Ich denke da an das Bild "das Pelzchen" von Dürer glaub ich wars, auf dem man seine Geliebte - mit Schambehaarung und teilweise mit einem Fell umhüllt sehen kann. Es soll das einzige Bild gewesen sein, das der Künstler zu lebzeiten als unverkäuflich selbst behalten hat. Und man darf durchaus folgern, dass sich der Name "Das Pelzchen" eben NICHT nur auf das Tierfell bezog.

    In anderen Zeiten dachte man also über Körperhaare offenbar anders, betrachtete sie anders und stand ihnen anders gegenüber.

    Was hat die Leibesphänomenologie heute dazu beizutragen?

    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Mich würde interessieren wie das leibesphänomenologisch aussieht, wenn man Teile seines Körpers einfach "zeittypisch verändert" wenn man zu gewissen Gegebenheiten des Körpers den Bezug verliert sie nicht wahrhaben will, menschliches Ausseres so nachhaltig und mit Akribi verändert.


    Bei dieser Gelegenheit wäre auch so klären:
    - Was macht den Reiz eines wildwachsenden Strubbelbartes aus?
    - Was macht den Reiz einer nicht vom Frisör entstellen Haarpracht aus?
    - Was macht den Reiz einer nicht abgewaschenen Hautpartikelschicht auf der gesamten Körperoberfläche aus?

  • Mich würde interessieren wie das leibesphänomenologisch aussieht, wenn man Teile seines Körpers einfach "zeittypisch verändert" wenn man zu gewissen Gegebenheiten des Körpers den Bezug verliert sie nicht wahrhaben will, menschliches Ausseres so nachhaltig und mit Akribi verändert.


    Bei dieser Gelegenheit wäre auch so klären:
    - Was macht den Reiz eines wildwachsenden Strubbelbartes aus?
    - Was macht den Reiz einer nicht vom Frisör entstellen Haarpracht aus?
    - Was macht den Reiz einer nicht abgewaschenen Hautpartikelschicht auf der gesamten Körperoberfläche aus?

  • Hallo Fliege,

    insbesondere das mit den Bärten finde ich ja auch ganz interessant. Bei den alten Juden zB war das Beschneiden des Bartes verpönt warum genau weiß ich allerdings auch nicht, aber was ich weiß ist, dass das Wachsen lassen des Bartes bei den alten Juden mit der Eheschließung einher ging. Zuhälter und nicht verheiratete Männer rasierten sich. Wichtig ist hier auch die etwas abschätzige Bezeichnung "Zote" für den unbeschnitten Bart, der sowohl auch für die unbeschnitte Schambehaarung der Frau galt. Unser zottelig für struppig kommt daher und beschreibt auch ungeplfege Haare.

    Heute ist es auch noch so, dass in Buisnesskreisen der rasierte Mann der Protyp des Bankers ist. Männer mit Bart sind meistens nicht mehr "ungepflegt" in dem Sinne, dass sie ihren Bart nicht beschneiden. Backenbärte gab es vorrangig im Letzen Jahrhunder, noch in den 60 ger jahren waren aber die "Kotteletten" ein am haaransatz bei den ohren wachsender Bart sehr modern. Heute wird vorwiegend in ländlichen Gebieten der Schnauzbart forciert, nicht vergessen darf man dabei aber auch das in der Nazizeit beliebte "Hitlerbärtchen" In der Stadt tragen insbesondere gebildetere Schichten gerne einen gestutzten Vollbart auch heute noch.

    Teilweise also durchaus Mode und Kultur die Gesichtsbehaarung der Männer in der westlichen Hemisphäre. Ein Spiegel der Zeit sozusagen.

    Aber zurück zu deiner Frage: Was macht den Reiz von unbehandelten Haaren, bzw eventuell auch von ungewaschener Haut aus?

    Ich würde sagen, dafür ist ein sehr reifes und tiefes Verständnis von Menschlichkeit nötig. Eben das Bewusstsein, nicht nur auf das Soll Sein der Menschheit, so wie sie sich gern sehen will, einzugehen, sondern auf die Tatsachen des wahrhaftigen So Seins des Menschen.

    Ich bin da sowieso vorbelastet, habe eine Allergie gegen Parfums und ziehe es für mich persönlich vor, wenn wer nach Schweiß riecht als nach einer chemischen 'Substanz.

    Ich glaube es ist die Frage eines sich Einlassens auf das Irdische,auf die menschliche Natur an sich. Die Fähigkeit dazu mag aber durchaus eine animalische sein, welche aus dem Tierreich kommt und vielleicht nicht zuletzt auch aus einem tiefen Verständnis für Tiere erwächst.


    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Hallo Fliege,

    insbesondere das mit den Bärten finde ich ja auch ganz interessant. Bei den alten Juden zB war das Beschneiden des Bartes verpönt warum genau weiß ich allerdings auch nicht, aber was ich weiß ist, dass das Wachsen lassen des Bartes bei den alten Juden mit der Eheschließung einher ging. Zuhälter und nicht verheiratete Männer rasierten sich. Wichtig ist hier auch die etwas abschätzige Bezeichnung "Zote" für den unbeschnitten Bart, der sowohl auch für die unbeschnitte Schambehaarung der Frau galt. Unser zottelig für struppig kommt daher und beschreibt auch ungeplfege Haare.

    Heute ist es auch noch so, dass in Buisnesskreisen der rasierte Mann der Protyp des Bankers ist. Männer mit Bart sind meistens nicht mehr "ungepflegt" in dem Sinne, dass sie ihren Bart nicht beschneiden. Backenbärte gab es vorrangig im Letzen Jahrhunder, noch in den 60 ger jahren waren aber die "Kotteletten" ein am haaransatz bei den ohren wachsender Bart sehr modern. Heute wird vorwiegend in ländlichen Gebieten der Schnauzbart forciert, nicht vergessen darf man dabei aber auch das in der Nazizeit beliebte "Hitlerbärtchen" In der Stadt tragen insbesondere gebildetere Schichten gerne einen gestutzten Vollbart auch heute noch.

    Teilweise also durchaus Mode und Kultur die Gesichtsbehaarung der Männer in der westlichen Hemisphäre. Ein Spiegel der Zeit sozusagen.

    Aber zurück zu deiner Frage: Was macht den Reiz von unbehandelten Haaren, bzw eventuell auch von ungewaschener Haut aus?

    Ich würde sagen, dafür ist ein sehr reifes und tiefes Verständnis von Menschlichkeit nötig. Eben das Bewusstsein, nicht nur auf das Soll Sein der Menschheit, so wie sie sich gern sehen will, einzugehen, sondern auf die Tatsachen des wahrhaftigen So Seins des Menschen.

    Ich bin da sowieso vorbelastet, habe eine Allergie gegen Parfums und ziehe es für mich persönlich vor, wenn wer nach Schweiß riecht als nach einer chemischen 'Substanz.

    Ich glaube es ist die Frage eines sich Einlassens auf das Irdische,auf die menschliche Natur an sich. Die Fähigkeit dazu mag aber durchaus eine animalische sein, welche aus dem Tierreich kommt und vielleicht nicht zuletzt auch aus einem tiefen Verständnis für Tiere erwächst.


    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Haare können bei manchen Ausdrucksformen von Zuneigung im Wege stehen. Meine Beinhaare entferne ich allerdings auch nicht, das wäre mir zu anstrengend und wäre für einen Mann wohl auch sehr untypisch.

    Der Realsozialismus hat alle Beteiligten zu Knechten gemacht. Der Links-Liberalismus möchte alle Beteiligten zu Bürgern machen.

  • Haare können bei manchen Ausdrucksformen von Zuneigung im Wege stehen. Meine Beinhaare entferne ich allerdings auch nicht, das wäre mir zu anstrengend und wäre für einen Mann wohl auch sehr untypisch.

    Der Realsozialismus hat alle Beteiligten zu Knechten gemacht. Der Links-Liberalismus möchte alle Beteiligten zu Bürgern machen.

  • Was attraktiv ist, ist kulturell bedingt. Sehe da nichts schlimmes dran, kann ja dennoch jeder machen was er will, er muss halt nur mit den Konsequenzen leben können (eben, dass viele sich im schlimmsten Fall ekeln werden) - so wie bei allen anderen sozialen Erwartungen auch. Irgendwo ist's doch auch spannend, wie Mode und Geschmack sich über die Zeit verändern. Solang's nicht gesundheitsbedrohlich wird (ich denke jetzt an einen übertriebenen Schlankheitswahn) sehe ich daran nichts ächtliches.
    Ich rasiere mir den Genitalbereich, die Brusthaare aber z.B. nicht, weil das mir halt so gefällt. Wenn eine Partnerin sich wünscht, dass die Brusthaare wegkommen oder Intimbehaarung dazu, mach ich das gerne, ist doch kein großes Ding.
    Dieses von wegen "zurück zur Natur" und "die wahre Natur entdecken" gibt mir nichts. Generell stehe ich der begrifflichen Spaltung Kultur - Natur sehr kritisch gegenüber, da ich erstere als Unterart der zweiten betrachte.

  • Was attraktiv ist, ist kulturell bedingt. Sehe da nichts schlimmes dran, kann ja dennoch jeder machen was er will, er muss halt nur mit den Konsequenzen leben können (eben, dass viele sich im schlimmsten Fall ekeln werden) - so wie bei allen anderen sozialen Erwartungen auch. Irgendwo ist's doch auch spannend, wie Mode und Geschmack sich über die Zeit verändern. Solang's nicht gesundheitsbedrohlich wird (ich denke jetzt an einen übertriebenen Schlankheitswahn) sehe ich daran nichts ächtliches.
    Ich rasiere mir den Genitalbereich, die Brusthaare aber z.B. nicht, weil das mir halt so gefällt. Wenn eine Partnerin sich wünscht, dass die Brusthaare wegkommen oder Intimbehaarung dazu, mach ich das gerne, ist doch kein großes Ding.
    Dieses von wegen "zurück zur Natur" und "die wahre Natur entdecken" gibt mir nichts. Generell stehe ich der begrifflichen Spaltung Kultur - Natur sehr kritisch gegenüber, da ich erstere als Unterart der zweiten betrachte.

  • Hallo White Rabbit,

    es stellt sich halt die Frage, in wie weit das "Appetitlich machen" solcher Zuneigungsformen denn gehen kann und darf. Angeblich gibt es von gewissen Spezialfirmen auch Kondome mit Erdbeergeschmack die das erleichtern sollen. Aber wird es dadurch wirklich "besser" oder bleibt es nicht einfach etwas Grausliches? Weil man es dem Partner so angenehm wie möglich macht, muss es noch lange nicht moralisch erklärt sein. Außerdem stellt sich die Frage ob es denn nun so toll ist, Hemmschwellen durch verschiedene "Zuckerstückchen" abzubauen, anstatt diese Formen der Zuneigung einfach zu unterlassen, weil es nun mal nicht besser wird als es ist.

    Hallo Ich bin Viele,

    so wie du denken sicher einige und das an sich find ich auch gar nicht unnatürlich, es ist sehr eigenartig Männer die Bart tragen, sind schwerer zu überzeugen ihren Bart abzulegen, weil er beim Küssen stört als ihre Intimbehaarung. Offenbar wird der Bart dann hier doch mehr mit der Persönlichkeit identifiziert. Dass du dich bei deinen Rasuren voll und ganz nach dem Partner richtest ist ja einerseits nicht schlecht, ich stelle mir allerdings die Frage ob du das mit Gewohnheiten und Vorlieben dann genauso machst. Dass heißt dass du alles was geht an dir veränderst um mit dem neuen Partner zusammenzupassen. Das würde meiner Selbstkongruenz wiedersprechen. Das heißt ein neuer Partner ist für mich kein 'Grund mich jetzt überall wo möglich zu adaptieren an das Gegenüber. Wenn du das anders praktizierst deine Sache, ich stelle mir unter Partnerschaft schon mal den Anspruch vor, so genommen zu werden wie ich bin, so geliebt zu werden, wie ich bin. Das ist ganz wichtig für mich. Was aber natürlich nicht heißt, dass ich mich nie für einen Partner rasiert habe, ich verstehe dieses Verhalten sogar sehr gut, allerdings hat es weniger mit einem "Zurück zur Natur" zu tun, dass ich es jetzt nicht mehr tue sondern es ist vielmehr ein Reifeprozess entstanden, dem So Sein vor dem Soll Sein einfach den Vorzug zu geben. Wenn man erst einmal etwas tun muss damit man für Liebe überhaupt in Frage kommt, sollte das schon nachdenklich machen.

    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Hallo White Rabbit,

    es stellt sich halt die Frage, in wie weit das "Appetitlich machen" solcher Zuneigungsformen denn gehen kann und darf. Angeblich gibt es von gewissen Spezialfirmen auch Kondome mit Erdbeergeschmack die das erleichtern sollen. Aber wird es dadurch wirklich "besser" oder bleibt es nicht einfach etwas Grausliches? Weil man es dem Partner so angenehm wie möglich macht, muss es noch lange nicht moralisch erklärt sein. Außerdem stellt sich die Frage ob es denn nun so toll ist, Hemmschwellen durch verschiedene "Zuckerstückchen" abzubauen, anstatt diese Formen der Zuneigung einfach zu unterlassen, weil es nun mal nicht besser wird als es ist.

    Hallo Ich bin Viele,

    so wie du denken sicher einige und das an sich find ich auch gar nicht unnatürlich, es ist sehr eigenartig Männer die Bart tragen, sind schwerer zu überzeugen ihren Bart abzulegen, weil er beim Küssen stört als ihre Intimbehaarung. Offenbar wird der Bart dann hier doch mehr mit der Persönlichkeit identifiziert. Dass du dich bei deinen Rasuren voll und ganz nach dem Partner richtest ist ja einerseits nicht schlecht, ich stelle mir allerdings die Frage ob du das mit Gewohnheiten und Vorlieben dann genauso machst. Dass heißt dass du alles was geht an dir veränderst um mit dem neuen Partner zusammenzupassen. Das würde meiner Selbstkongruenz wiedersprechen. Das heißt ein neuer Partner ist für mich kein 'Grund mich jetzt überall wo möglich zu adaptieren an das Gegenüber. Wenn du das anders praktizierst deine Sache, ich stelle mir unter Partnerschaft schon mal den Anspruch vor, so genommen zu werden wie ich bin, so geliebt zu werden, wie ich bin. Das ist ganz wichtig für mich. Was aber natürlich nicht heißt, dass ich mich nie für einen Partner rasiert habe, ich verstehe dieses Verhalten sogar sehr gut, allerdings hat es weniger mit einem "Zurück zur Natur" zu tun, dass ich es jetzt nicht mehr tue sondern es ist vielmehr ein Reifeprozess entstanden, dem So Sein vor dem Soll Sein einfach den Vorzug zu geben. Wenn man erst einmal etwas tun muss damit man für Liebe überhaupt in Frage kommt, sollte das schon nachdenklich machen.

    LG
    Samantha

    Ich bin ein Freund der Weisheit,
    aber nicht alle ihrer Freunde
    sind auch meine Freunde.

  • Hallo, Samantha.

    Wenn ich mih wage erinnere, las ich einmal irgendwo wissenschaftlich fundiert zu diesem Phänomen, dass es sich um eine extreme Form von zunehmender, sexueller Scham handelt:

    Zum einen die Scham vor der eigenen "natürlichen" Reifung, weil der Körper, so auch die Intimbehaarung, zeugnis über das Altern und die Paarungsreife ablegt und es doch so trendy ist, blutjung und verdorben zu sein.

    Und zum anderen auch der Scham darüber, dass etwas nicht kontrollierbar mit dem Körper passiert, wo doch Körperkult und die absolute Kontrolle über Form und Farbe jeder Faser unseres Körpers der Tage gepredigt und propagiert wird. Und natürlich auch der Aberglaube mit der Hygiene.

    Wobei ich mich selbst mittlerweile auch gebeugt habe und rasiere... - ohne Intimrasur nur schwerlich Sex. :finger:

    "Nur mit Selbst entsteht Welt und Wahrheit."

    "...Hunderte riefen im Chor "Ich bin anders!" . Ich schrie ungefragt dazwischen: "Ich nicht!"..."

    "Menschsein heißt Menschwerden."(K. Jaspers)

    "Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll."(F. Nietzsche)

    "Lange schon, allzulange liegt das Denken auf dem Trockenen."(M. Heidegger)

  • Hallo, Samantha.

    Wenn ich mih wage erinnere, las ich einmal irgendwo wissenschaftlich fundiert zu diesem Phänomen, dass es sich um eine extreme Form von zunehmender, sexueller Scham handelt:

    Zum einen die Scham vor der eigenen "natürlichen" Reifung, weil der Körper, so auch die Intimbehaarung, zeugnis über das Altern und die Paarungsreife ablegt und es doch so trendy ist, blutjung und verdorben zu sein.

    Und zum anderen auch der Scham darüber, dass etwas nicht kontrollierbar mit dem Körper passiert, wo doch Körperkult und die absolute Kontrolle über Form und Farbe jeder Faser unseres Körpers der Tage gepredigt und propagiert wird. Und natürlich auch der Aberglaube mit der Hygiene.

    Wobei ich mich selbst mittlerweile auch gebeugt habe und rasiere... - ohne Intimrasur nur schwerlich Sex. :finger:

    "Nur mit Selbst entsteht Welt und Wahrheit."

    "...Hunderte riefen im Chor "Ich bin anders!" . Ich schrie ungefragt dazwischen: "Ich nicht!"..."

    "Menschsein heißt Menschwerden."(K. Jaspers)

    "Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll."(F. Nietzsche)

    "Lange schon, allzulange liegt das Denken auf dem Trockenen."(M. Heidegger)

  • Hallo Leute,

    Körperhaare sind ein eben ein Teil unseres Körpers. Trotzdem scheint in den letzten Jahren hier ein Trend sichtbar zu werden, sie rigeneros zu entfernen.

    nun ja ich rasiere mich zum beispile, weil mich haare im gesicht einfach stören und manchmal den ganzen körper, weils schöner asusieht und ich mich dabei auch wohler fühle aber ich ziehe keine schwarzen nylons an! 8)

    Du bist der Herr des ungesprochenen Wortes und das gesprochene Wort ist Herr über Dich.

  • Hallo Leute,

    Körperhaare sind ein eben ein Teil unseres Körpers. Trotzdem scheint in den letzten Jahren hier ein Trend sichtbar zu werden, sie rigeneros zu entfernen.

    nun ja ich rasiere mich zum beispile, weil mich haare im gesicht einfach stören und manchmal den ganzen körper, weils schöner asusieht und ich mich dabei auch wohler fühle aber ich ziehe keine schwarzen nylons an! 8)

    Du bist der Herr des ungesprochenen Wortes und das gesprochene Wort ist Herr über Dich.

  • Nein Samantha, ich passe mich ganz und gar nicht völlig an meinen Partner an.
    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie unheimlich unwichtig mir Körperbehaarung ist - sie ist in keinster Weise mit meinem Selbstbild verwoben, es ist für mich das Oberflächlichste vom Oberflächlichen. Das trifft auch auf den Bart zu - dass die Umstellung dort ein wenig schwieriger ist, liegt denke ich schlicht dran, dass den Bart jeder immer sieht; sich eine Glatze zu rasieren wäre ja auch ein größerer Schritt als sich mal die Brust zu rasieren.
    Deshalb verstehe ich weder den Wahn, sich alle Haare möglichst zu rasieren noch eine große Abneigung gegen dieses Phänomen.
    Für mich passierts halt, es geht mich nur so viel an wie ich lustig bin und das war's.

  • Nein Samantha, ich passe mich ganz und gar nicht völlig an meinen Partner an.
    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, wie unheimlich unwichtig mir Körperbehaarung ist - sie ist in keinster Weise mit meinem Selbstbild verwoben, es ist für mich das Oberflächlichste vom Oberflächlichen. Das trifft auch auf den Bart zu - dass die Umstellung dort ein wenig schwieriger ist, liegt denke ich schlicht dran, dass den Bart jeder immer sieht; sich eine Glatze zu rasieren wäre ja auch ein größerer Schritt als sich mal die Brust zu rasieren.
    Deshalb verstehe ich weder den Wahn, sich alle Haare möglichst zu rasieren noch eine große Abneigung gegen dieses Phänomen.
    Für mich passierts halt, es geht mich nur so viel an wie ich lustig bin und das war's.

  • ohne Intimrasur nur schwerlich Sex


    Zweckrationalität ist zwar übel beleumundet (von Normativisten), doch Normativisten dürften Schwierigkeiten haben, ihre Mutmaßungen (ob nun pro oder contra) von Willkürlichkeiten frei zu halten.

  • ohne Intimrasur nur schwerlich Sex


    Zweckrationalität ist zwar übel beleumundet (von Normativisten), doch Normativisten dürften Schwierigkeiten haben, ihre Mutmaßungen (ob nun pro oder contra) von Willkürlichkeiten frei zu halten.

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