Hallo Leute,
vor längerer Zeit hatte ich einen englischsprachigen Skypekontakt zu einem Generalmajor der US-Armee. Wie sich herausstellte, hatte er vor sich in Österreich niederzulassen und ich sollte ihm beim Kauf einer Wohnung behilflich sein. Allerdings betonte er, es müsse rasch geschehen, denn er befände sich zur Zeit auf Friedensmission in Kuwait und wolle bald in Pension, habe aber nicht vor nach Amerika zurückzukehren, da er einen lukerativen Nebenjob als Ingenieur und Ingenieursausbildner habe, und man ihn in Amerika fragen würde, woher er denn nun das viele Geld hätte.
Kurz und gut es kam heraus, dass er diesen zweiten Job als Ingenier nie gemeldet und versteuert hatte. Ich brach daraufhin den Kontakt zu ihm ab, da ich der Meinung bin, das ist moralisch nicht in Ordnung. Eigentlich hat sich dieser Generalmajor weder seinem Land gegenüber loyal verhalten, noch seiner Frau und Familie gegenüber, wegen der er aber aus offenbar anderen Gründen des Auseinanderlebens in Scheidung ist.
Meine Frage an euch lautet: Ist Steuerhinterziehung ein moralisch vertretbares Delikt und ist es wirklich im Ermessen des Einzelnen bei "braver Arbeitsleistung" das Gesetz der Steuerabgabe für sich zu verifizieren - oder ist es einfach eine Wirtschaftskriminalität, die den Staat schwächt und eigentlich so den Ärmsten der Armen die auf Sozialleistungen angwiesen sind, jenen "Pot" verkleinert, aus dem Sozialleistungen für gewöhnlich entnommen werden?
Ich finde - letzteres. Aber vielleicht denkt ihr darüber anders?
Ich meine, er sieht das wohl so, dass er tüchtig und ehrlich für sein Geld gearbeitet hat. Und dass de Staat lediglich eine anonyme Institution ist, die ihm die ehrlichen Früchte seiner anständigen Arbeit nehmen will. - Aber ist das wirklich so, dass das damit entschuldet werden kann???
LG
Samantha
PS: Hab mich beim Präfix schwer getan, meiner Meinung nach ist es sowohl ein ethisches als auch ein rechtsphilosophisches Problem