kant kategorischer imperativ

  • Hallo

    Ich habe dan einen Problem. Ich verstehe nicht ganz, was mit diesem Absatz gemeint ist:

    "Gäbe es keine Freiheit etwas neu anzufangen, würde alles einen vorigen Zustandvoraussetzen. Jede Kausalität würde nach den Gesetzen der Natur eine andere Kausalitätskette voraussetzen. Da in der Natur nie etwas ohne Ursache passiert, gäbe es somit keinen ersten Anfang. Ohne Anfang wäre aber jede Reihe unvollständig. So wiederspricht der Satz von der Naturgesetzlichkeit wegen seiner unbeschränkten Allgemeinheit sich selbst, da eine Kausalreihe nie vollständig wäre. Demnach mus es etwas geben, meint Kant, was mir beispielsweise ermöglicht, vom Stuhl aufzustehen, um eine neue Kausalreihe anzufangen. Kant nennt dies absolute Spontaneität der Ursachen oder tranzendentale Freiheit."

    Kann mir das jemand mit seinen eigegen Worten und Besipielen erklären..
    Ich verstehe das nicht ganz. Das ist doch logisch, dass man eine neue Kausalreihe anfangen kann. Wenn ich jemand schlage, läuft er nach Hause. Die Ursache war, dass ich ihn geschlagen hab, die Wirkung, dass er nach Hause gelaufen ist. Dann ist er die Ursache dafür, das seine Mutter einen Arzt ruft, da er verletzt ist etc. Also kann ich doch frei handeln. Was hat das denn mit der Naturkausalität zu tuhen???

  • Hallo

    Ich habe dan einen Problem. Ich verstehe nicht ganz, was mit diesem Absatz gemeint ist:

    "Gäbe es keine Freiheit etwas neu anzufangen, würde alles einen vorigen Zustandvoraussetzen. Jede Kausalität würde nach den Gesetzen der Natur eine andere Kausalitätskette voraussetzen. Da in der Natur nie etwas ohne Ursache passiert, gäbe es somit keinen ersten Anfang. Ohne Anfang wäre aber jede Reihe unvollständig. So wiederspricht der Satz von der Naturgesetzlichkeit wegen seiner unbeschränkten Allgemeinheit sich selbst, da eine Kausalreihe nie vollständig wäre. Demnach mus es etwas geben, meint Kant, was mir beispielsweise ermöglicht, vom Stuhl aufzustehen, um eine neue Kausalreihe anzufangen. Kant nennt dies absolute Spontaneität der Ursachen oder tranzendentale Freiheit."

    Kann mir das jemand mit seinen eigegen Worten und Besipielen erklären..
    Ich verstehe das nicht ganz. Das ist doch logisch, dass man eine neue Kausalreihe anfangen kann. Wenn ich jemand schlage, läuft er nach Hause. Die Ursache war, dass ich ihn geschlagen hab, die Wirkung, dass er nach Hause gelaufen ist. Dann ist er die Ursache dafür, das seine Mutter einen Arzt ruft, da er verletzt ist etc. Also kann ich doch frei handeln. Was hat das denn mit der Naturkausalität zu tuhen???

  • kant bezieht dieses prinzip auf den anfang(!?) der welt.

    er sagt, dass das entstehen des universums eine ursache haben muss. (z.B. den Urknall)

    Das Universum ist wie eine stets expandierende Stadt. Doch irgendwann kommt das Meer...
    Ein ewig Rätsel bleiben will ich mir und allen anderen - Ludwig II. v. Bayern
    Gut und böse sind die Vorurteile Gottes - sagte die Schlange - F. Nietzsche
    Atheismus: Die bedeutenste aller großen Weltreligionen - Ambrose Bierce

  • kant bezieht dieses prinzip auf den anfang(!?) der welt.

    er sagt, dass das entstehen des universums eine ursache haben muss. (z.B. den Urknall)

    Das Universum ist wie eine stets expandierende Stadt. Doch irgendwann kommt das Meer...
    Ein ewig Rätsel bleiben will ich mir und allen anderen - Ludwig II. v. Bayern
    Gut und böse sind die Vorurteile Gottes - sagte die Schlange - F. Nietzsche
    Atheismus: Die bedeutenste aller großen Weltreligionen - Ambrose Bierce

  • @ azeem,

    Zitat azeem: "Kann mir das jemand mit seinen eigegen Worten und Besipielen erklären..

    Ich verstehe das nicht ganz. Das ist doch logisch, dass man eine neue
    Kausalreihe anfangen kann. Wenn ich jemand schlage, läuft er nach Hause.
    Die Ursache war, dass ich ihn geschlagen hab, die Wirkung, dass er nach
    Hause gelaufen ist..."

    Und schon hast Du Dir ein Beispiel selber gegeben. Das ist eigentlich schon alles, was Kant meint. Er nennt dieses einfach transzendentale Freiheit, wenn ich das in Deinem Posting richtig gesehen habe. Der Begriff war mir so noch nicht bekannt, aber ich denke im Prinzip genau so. Und was den Urknall betrifft, da reicht das Zitat nicht aus. Man müsste das wohl in einem größeren Kontext sehen. In so fern kann ich da ohne weiteren Hintergrund nichts zu sagen... Gruß Joachim Stiller Münster

  • @ azeem,

    Zitat azeem: "Kann mir das jemand mit seinen eigegen Worten und Besipielen erklären..

    Ich verstehe das nicht ganz. Das ist doch logisch, dass man eine neue
    Kausalreihe anfangen kann. Wenn ich jemand schlage, läuft er nach Hause.
    Die Ursache war, dass ich ihn geschlagen hab, die Wirkung, dass er nach
    Hause gelaufen ist..."

    Und schon hast Du Dir ein Beispiel selber gegeben. Das ist eigentlich schon alles, was Kant meint. Er nennt dieses einfach transzendentale Freiheit, wenn ich das in Deinem Posting richtig gesehen habe. Der Begriff war mir so noch nicht bekannt, aber ich denke im Prinzip genau so. Und was den Urknall betrifft, da reicht das Zitat nicht aus. Man müsste das wohl in einem größeren Kontext sehen. In so fern kann ich da ohne weiteren Hintergrund nichts zu sagen... Gruß Joachim Stiller Münster

  • Einen wunderschönen guten Tag (mit extra viel Sonne und allem, was dazu gehört).

    Transzendentale Freiheit bedeutet, dass etwas - nennen wir es der Einfachheit halber - "Umgreifendes" wirkt, was sowohl durchströmt und beeinflusst, als auch beeinflusst wird, jedoch stets außerhalb des Objektes/ Subjektes.

    Demnach schlussfolgert Kant, dass auch dieses Umgreifende einem freien Willen/ einer Ursache/ einer Beeinflussung unterliegen muss. Womit jedoch letztlich auch ein freier Wille nur bedingt zu betrachten wäre.

    (Darum sollte man Kant mit Vorsicht "genießen". 8o )


    Im Kontext der Transzendentalphilosophie - die allerdings in etwa soviel mit Kant gemein hat, wie Schweine (trotz hervorstechender Intelligenz - Grunzgütiger!) mit Doktortiteln - empfehle ich Karl Jaspers ["Einführung in die Philosophie"(um sich mit seinem Stil, seinen Ansichten und seiner Wortgewalt langsam vertraut zu machen) "Philosophie Band I-III"].

    P.s.: Man lasse sich nicht durch den Wortgebrauch von "Göttliches" irritieren. Es ist in keinster Weise ein omnipotentes Wesen gemeint, sondern wohl vielmehr das Leben als solches.

    Mein liebstes Zitat, welch Zufall, verfasst von Jaspers: "Menschsein ist Menschwerden." ;)

    "Nur mit Selbst entsteht Welt und Wahrheit."

    "...Hunderte riefen im Chor "Ich bin anders!" . Ich schrie ungefragt dazwischen: "Ich nicht!"..."

    "Menschsein heißt Menschwerden."(K. Jaspers)

    "Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll."(F. Nietzsche)

    "Lange schon, allzulange liegt das Denken auf dem Trockenen."(M. Heidegger)

    Edited once, last by Zyniker (May 12, 2011 at 11:53 AM).

  • Einen wunderschönen guten Tag (mit extra viel Sonne und allem, was dazu gehört).

    Transzendentale Freiheit bedeutet, dass etwas - nennen wir es der Einfachheit halber - "Umgreifendes" wirkt, was sowohl durchströmt und beeinflusst, als auch beeinflusst wird, jedoch stets außerhalb des Objektes/ Subjektes.

    Demnach schlussfolgert Kant, dass auch dieses Umgreifende einem freien Willen/ einer Ursache/ einer Beeinflussung unterliegen muss. Womit jedoch letztlich auch ein freier Wille nur bedingt zu betrachten wäre.

    (Darum sollte man Kant mit Vorsicht "genießen". 8o )


    Im Kontext der Transzendentalphilosophie - die allerdings in etwa soviel mit Kant gemein hat, wie Schweine (trotz hervorstechender Intelligenz - Grunzgütiger!) mit Doktortiteln - empfehle ich Karl Jaspers ["Einführung in die Philosophie"(um sich mit seinem Stil, seinen Ansichten und seiner Wortgewalt langsam vertraut zu machen) "Philosophie Band I-III"].

    P.s.: Man lasse sich nicht durch den Wortgebrauch von "Göttliches" irritieren. Es ist in keinster Weise ein omnipotentes Wesen gemeint, sondern wohl vielmehr das Leben als solches.

    Mein liebstes Zitat, welch Zufall, verfasst von Jaspers: "Menschsein ist Menschwerden." ;)

    "Nur mit Selbst entsteht Welt und Wahrheit."

    "...Hunderte riefen im Chor "Ich bin anders!" . Ich schrie ungefragt dazwischen: "Ich nicht!"..."

    "Menschsein heißt Menschwerden."(K. Jaspers)

    "Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll."(F. Nietzsche)

    "Lange schon, allzulange liegt das Denken auf dem Trockenen."(M. Heidegger)

    Edited once, last by Zyniker (May 12, 2011 at 11:53 AM).

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