Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ? Semantische Vielfalt ? Wo sind wir, wenn wir denken oder Musik hören ? Wo jenseits der letzten Ortschaft der Worte (RILKE) ?
Nachhaltig beschäftigt mich FOUCAULTs Begriff der "semantischen Felder", Orte, zu geistigen Landschaften geronnenn, die es vorher und nachher so nicht geben kann. Grüße !
Orte
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- [Begriffsgeschichte]
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Cornak -
June 25, 2009 at 3:40 PM -
Closed
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Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ? Semantische Vielfalt ? Wo sind wir, wenn wir denken oder Musik hören ? Wo jenseits der letzten Ortschaft der Worte (RILKE) ?
Nachhaltig beschäftigt mich FOUCAULTs Begriff der "semantischen Felder", Orte, zu geistigen Landschaften geronnenn, die es vorher und nachher so nicht geben kann. Grüße ! -
Quote
Original von Cornak
Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ?Hallo Cornak
In der Raumzeit ist ja der Raum mit der Zeit verbunden ...
Die Zeit als vierte Treffpunktskoordinate.
Zur vierdimensionalen Raumzeit:
Wenn man sich mit jemandem treffen will
gibt man z.B. zunächst die Längsstraße und dann die Querstraße an.
Dann noch das Stockwerk des Gebäudes und anschließend ganz wichtig den Zeitpunkt an an dem man sich treffen mag.LG. f.s.
P.S.: Hoffe mal dass das jetzt nicht zu sehr OT war.
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Quote
Original von Cornak
Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ?Hallo Cornak
In der Raumzeit ist ja der Raum mit der Zeit verbunden ...
Die Zeit als vierte Treffpunktskoordinate.
Zur vierdimensionalen Raumzeit:
Wenn man sich mit jemandem treffen will
gibt man z.B. zunächst die Längsstraße und dann die Querstraße an.
Dann noch das Stockwerk des Gebäudes und anschließend ganz wichtig den Zeitpunkt an an dem man sich treffen mag.LG. f.s.
P.S.: Hoffe mal dass das jetzt nicht zu sehr OT war.
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Hallo farbensammler : Ich akzeptiere das Verballhornen als eine der ernsthaften Methoden in allen Disziplinen und habe mich als Mediziner stets über gute Medizinerwitze amüsiert, wie z.B. von dem Schwerstkranken, den der Professor im Kreise seiner weißbekittelten Lieben als "Moriturus" bezeichnete, und der bei der nächsten Visite über den Berg gekommen war mit den Worten : "Herr Professor, ich danke Ihnen, als sie das von dem Moriturus oder so ähnlich gesagt und dabei mich so lieb angelächelt haben, da wußte ich 'Jetzt geht's aufwärts !' Natürlich ist das völlig OT. Was f.s. heißt, weiß ich nicht.
Auch Dir L.G. -
Hallo farbensammler : Ich akzeptiere das Verballhornen als eine der ernsthaften Methoden in allen Disziplinen und habe mich als Mediziner stets über gute Medizinerwitze amüsiert, wie z.B. von dem Schwerstkranken, den der Professor im Kreise seiner weißbekittelten Lieben als "Moriturus" bezeichnete, und der bei der nächsten Visite über den Berg gekommen war mit den Worten : "Herr Professor, ich danke Ihnen, als sie das von dem Moriturus oder so ähnlich gesagt und dabei mich so lieb angelächelt haben, da wußte ich 'Jetzt geht's aufwärts !' Natürlich ist das völlig OT. Was f.s. heißt, weiß ich nicht.
Auch Dir L.G. -
Quote from Cornak
Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert,
Ist das so? Umgangssprachlich ist es z.B. absolut üblich zu sagen: "Treffen wir uns nachher im Forum?" Ein Forum wird oft als Ort betrachtet. Es hat sogar eine Adresse unter welcher es intersubjektiv zu finden ist.QuoteWas f.s. heißt, weiß ich nicht.
farbensammler? -
Quote from Cornak
Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert,
Ist das so? Umgangssprachlich ist es z.B. absolut üblich zu sagen: "Treffen wir uns nachher im Forum?" Ein Forum wird oft als Ort betrachtet. Es hat sogar eine Adresse unter welcher es intersubjektiv zu finden ist.QuoteWas f.s. heißt, weiß ich nicht.
farbensammler? -
an Autist : statt umgangssprachlich kann man auch "realbegrifflich" sagen. Wenn man zur Philosophie des Begriffes "Ort" übergeht, wird einem schwindlig. Bei Google fand ich vor einiger Zeit mal einen japanischen Philosophen, der sich speziell mit den "Orten" beschäftigt. Leider finde ich den Hinweis heute nicht mehr. "Forum" ist ein realer Ort, ebenso aber Ort geistiger Begegnungen mit ungewissen Folgen, Risikobereich.
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an Autist : statt umgangssprachlich kann man auch "realbegrifflich" sagen. Wenn man zur Philosophie des Begriffes "Ort" übergeht, wird einem schwindlig. Bei Google fand ich vor einiger Zeit mal einen japanischen Philosophen, der sich speziell mit den "Orten" beschäftigt. Leider finde ich den Hinweis heute nicht mehr. "Forum" ist ein realer Ort, ebenso aber Ort geistiger Begegnungen mit ungewissen Folgen, Risikobereich.
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Vielleicht wäre es günstig, ein Problem zu umreißen, das eine Philosophie des Ortes lösen soll.
So könnte man sagen: In der Geografie werden Lösungen für räumliche Verortung vorgeschlagen.
Aber geografische Lösungen reichen nicht aus, um Vers 1001 in Goethes Faust aufzufinden.
Nun hätten wir ein Problem. -
Vielleicht wäre es günstig, ein Problem zu umreißen, das eine Philosophie des Ortes lösen soll.
So könnte man sagen: In der Geografie werden Lösungen für räumliche Verortung vorgeschlagen.
Aber geografische Lösungen reichen nicht aus, um Vers 1001 in Goethes Faust aufzufinden.
Nun hätten wir ein Problem. -
Geografischen Orten eine erhöhte Realität zuzuschreiben, halte ich nicht für selbstverständlich.
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Geografischen Orten eine erhöhte Realität zuzuschreiben, halte ich nicht für selbstverständlich.
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an Fliege : Wie gesagt, ich wage nicht, mich mit einer Philosophie des Ortsbegriffes zu befassen. Der geographische Ort ist ja überhaupt kein Problem. In den praktischen Wissenschaften spielt die Suche nach dem Ort einer Störung eine Rolle, ist aber auch kein philosophisches Thema, z.B. bei der Notwendigkeit der Mediziner, eine Krankheit lokalisieren zu müssen. Kurios war Anfang des 16. Jh die erfolglose Suche nach dem Ort der Seele durch Vesalius u.a., eine Frage, die noch heute ungelöst resp. unlösbar ist. Der derzeitige Papst ist noch komplett dualistisch, wenn er in seiner Ansprache zu Allerheiligen erklärt, daß in den Gräbern nur die sterblichen Überreste seien, wohingegen die Seelen sich breits in Gottes Hand befänden. Daran könnte man die Frage nach dem theologischen Ortsbegriff knüpfen. Beim Wort Gott schaut noch immer alle Welt himmelwärts, und das Herz wird weithin noch immer als Ort der Gefühle verstanden. Sancta Simplicitas ! Was aber "verortet" das philosophische Denken ? Begriffe, Hypothesen und Thesen in Texten und Kontexten ? Hier löst sich ja das physische Ortsverständnis (Locus !) gottlob komplett auf. Gruß !
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an Fliege : Wie gesagt, ich wage nicht, mich mit einer Philosophie des Ortsbegriffes zu befassen. Der geographische Ort ist ja überhaupt kein Problem. In den praktischen Wissenschaften spielt die Suche nach dem Ort einer Störung eine Rolle, ist aber auch kein philosophisches Thema, z.B. bei der Notwendigkeit der Mediziner, eine Krankheit lokalisieren zu müssen. Kurios war Anfang des 16. Jh die erfolglose Suche nach dem Ort der Seele durch Vesalius u.a., eine Frage, die noch heute ungelöst resp. unlösbar ist. Der derzeitige Papst ist noch komplett dualistisch, wenn er in seiner Ansprache zu Allerheiligen erklärt, daß in den Gräbern nur die sterblichen Überreste seien, wohingegen die Seelen sich breits in Gottes Hand befänden. Daran könnte man die Frage nach dem theologischen Ortsbegriff knüpfen. Beim Wort Gott schaut noch immer alle Welt himmelwärts, und das Herz wird weithin noch immer als Ort der Gefühle verstanden. Sancta Simplicitas ! Was aber "verortet" das philosophische Denken ? Begriffe, Hypothesen und Thesen in Texten und Kontexten ? Hier löst sich ja das physische Ortsverständnis (Locus !) gottlob komplett auf. Gruß !
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Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ? Semantische Vielfalt ? Wo sind wir, wenn wir denken oder Musik hören ? Wo jenseits der letzten Ortschaft der Worte (RILKE) ?
Nachhaltig beschäftigt mich FOUCAULTs Begriff der "semantischen Felder", Orte, zu geistigen Landschaften geronnenn, die es vorher und nachher so nicht geben kann. Grüße !
Um es mal sauber anhand einer allen Orten trivial zugrundeliegenden Eigenschaft zu definieren: Die Orte eines Raum sind eine Menge von Objekten, die jeweils einen Abstand zueinander haben. Beispiele:
1. Im Raum aller allgemein-zugänglichen Internetseiten sei der Abstand die diskrete Metrik, d.h. wie oft man die Webaddresse korrekt eingeben muss, um zur gewünschten Seite zu kommen(entweder garnicht, einmal oder die gewünschte Seite liegt definitionsgemäß eben nicht im Ortsraum). Andere Abstandsdefinitionen wären hierbei ebenfalls denkbar.
2. In der Menge aller Gemütszustände, Worte sowie abstrakten Gedanken könnten wir analog vorgehen. Beim Dritten könnten wir einfach den Abstand auch als die kleinste Anzahl an bewusst nachvollziehbaren, diskreten Denkschritten zwischen zwei Gedanken definieren. Bei den Worten oder den Gemütszuständen müsste ich zunächst ihre Eigenschaften einführen, um irgendeinen ganz tollen Abstandsbegriff zu basteln.
3. Im Kosmos ist der Abstand eben die Minkowskimetrik. -
Melde mich mal wieder nach längerer Pause mit einer Frage, betreffend das Wort "Ort". Umgangsprachlich wird ein Ort geographisch definiert, wie aber lyrisch und philosophisch ? Semantische Vielfalt ? Wo sind wir, wenn wir denken oder Musik hören ? Wo jenseits der letzten Ortschaft der Worte (RILKE) ?
Nachhaltig beschäftigt mich FOUCAULTs Begriff der "semantischen Felder", Orte, zu geistigen Landschaften geronnenn, die es vorher und nachher so nicht geben kann. Grüße !
Um es mal sauber anhand einer allen Orten trivial zugrundeliegenden Eigenschaft zu definieren: Die Orte eines Raum sind eine Menge von Objekten, die jeweils einen Abstand zueinander haben. Beispiele:
1. Im Raum aller allgemein-zugänglichen Internetseiten sei der Abstand die diskrete Metrik, d.h. wie oft man die Webaddresse korrekt eingeben muss, um zur gewünschten Seite zu kommen(entweder garnicht, einmal oder die gewünschte Seite liegt definitionsgemäß eben nicht im Ortsraum). Andere Abstandsdefinitionen wären hierbei ebenfalls denkbar.
2. In der Menge aller Gemütszustände, Worte sowie abstrakten Gedanken könnten wir analog vorgehen. Beim Dritten könnten wir einfach den Abstand auch als die kleinste Anzahl an bewusst nachvollziehbaren, diskreten Denkschritten zwischen zwei Gedanken definieren. Bei den Worten oder den Gemütszuständen müsste ich zunächst ihre Eigenschaften einführen, um irgendeinen ganz tollen Abstandsbegriff zu basteln.
3. Im Kosmos ist der Abstand eben die Minkowskimetrik. -
an Zikrunumea : Mir fehlen die epistemischen Kenntnisse, um Deine Mail komplett zu verstehen. Ich weiß nicht, ob metrische Parameter geeignet sind, Orte zu lokalisieren oder ob Orte lokalisiert werden können über ihren Abstand zueinander. Ich hatte ja naiv gefragt, ob es einen philosophischen Begriff für "Ort" gibt und w o Philosophie, philosophisches Debattieren eigentlich stattfindet. Anatomisch vermutlich in Frontalhirnen resp. im Cortex überhaupt, Präcorticales (Un- und Vorbewußtes, Archaisches, Archetypisches...) nicht zu vergessen. Aber danach fragte ich nicht. Unzureichend gefragt : findet Philosophie nur in Menschen statt, oder hat sie auch andere "Orte", Ursprünge und Kraftzentren, die uns unbekannt sind, die wir aber vielleicht ahnen können ? Philosophie lasse sich nicht definieren, lese ich. Das mit "Gott" Gemeinte auch nicht. Die Behauptung, Gott sei der erste Philosoph gewesen ist naiv und kann nur von einem Menschen stammen. Zeit und Raum sind Wirklichkeiten. Könnte Philosophie Über-Wirkliches spiegeln ? Dem vergleichbar, was Glauben genannt wird ? Gruß !
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an Zikrunumea : Mir fehlen die epistemischen Kenntnisse, um Deine Mail komplett zu verstehen. Ich weiß nicht, ob metrische Parameter geeignet sind, Orte zu lokalisieren oder ob Orte lokalisiert werden können über ihren Abstand zueinander. Ich hatte ja naiv gefragt, ob es einen philosophischen Begriff für "Ort" gibt und w o Philosophie, philosophisches Debattieren eigentlich stattfindet. Anatomisch vermutlich in Frontalhirnen resp. im Cortex überhaupt, Präcorticales (Un- und Vorbewußtes, Archaisches, Archetypisches...) nicht zu vergessen. Aber danach fragte ich nicht. Unzureichend gefragt : findet Philosophie nur in Menschen statt, oder hat sie auch andere "Orte", Ursprünge und Kraftzentren, die uns unbekannt sind, die wir aber vielleicht ahnen können ? Philosophie lasse sich nicht definieren, lese ich. Das mit "Gott" Gemeinte auch nicht. Die Behauptung, Gott sei der erste Philosoph gewesen ist naiv und kann nur von einem Menschen stammen. Zeit und Raum sind Wirklichkeiten. Könnte Philosophie Über-Wirkliches spiegeln ? Dem vergleichbar, was Glauben genannt wird ? Gruß !
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